VP-Strobl: Schluss mit Politshow - Wien braucht echte Lösungen

Wien (VP-Klub) - "Bei einem Blinddarmdurchbruch legt man auch
nicht einen Eisbeutel auf, damit die Schmerzen vergehen", kritisierte heute der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates, Walter Strobl, die Ankündigung von Präsidentin Brandsteidl, im 22. Bezirk Containerklassen aufstellen zu lassen.

Containerklassen als Grundsatzlösung können und werden nicht funktionieren, ganz abgesehen von den enormen Kosten, die diese Containerklassen verursachen, betonte Strobl. Spätestens bei großer Hitze oder Kälte werden diese Notlösungen zum Problem für Schüler, Lehrer und Eltern. Außerdem bleibt ungeklärt, wie die Nutzung der Funktionsräume an der nun deutlich vergrößerten Schule ablaufen soll (Turnsaal, Physiksaal, Werkstätten usw.). Zudem müssen für deutlich mehr Schüler auch mehr LehrerInnen an den Standort geholt werden. Diese LehrerInnen müssen von anderen Schulen abgezogen werden. Das wird nicht problemlos gehen, weil bestimmte Fächer und Fächerkombinationen nicht einfach gewechselt werden können." Insgesamt wird es auch hier zu einer deutlichen Kostenerhöhung kommen. Und das Geld fehlt dann allen anderen Wiener AHS-Schulen", kritisierte Strobl die nicht durchdachte Aktion. Wien könne sich mit einer derartigen Container-Polit-Show an den bohrenden Fragen, warum es bis heute kein Schulentwicklungskonzept für Wien gebe, nicht vorbei schwindeln.

Der Vizepräsident des Stadtschulrates forderte die Wiener Stadtregierung auf, sich endlich den echten Problemen zu widmen:

1. In Wien fehlt seit mehr als 10 Jahren ein detaillierter Schulentwicklungsplan. Für Strobl wäre es z.B. durchaus sinnvoll, die teilweise frei stehenden bzw. nun noch mehr frei werdenden Klassenräume in Hauptschulen/KMS als dislozierte AHS-Klassen zu nutzen, statt Container aufzustellen.

2. Wien braucht wieder verlässliche Volksschulen, wo das Abschlusszeugnis wieder der Leistungswirklichkeit des einzelnen Schülers entspricht. Im 22. Bezirk verlassen rund 65% aller Schüler die Volksschule mit lauter "Sehr Gut" und sind damit AHS-reif. Wienweit sind es knapp über 33% aller Volksschulkinder, die mit nur "Sehr Gut" die Volksschule verlassen. Hier kann etwas nicht stimmen. Allein das zeigt, dass dringender Handlungsbedarf gegeben ist, um die Volksschulzeugnisse wieder vergleichbarer zu machen. Schließlich haben Schüler und Eltern ein Recht auf objektive Beurteilung und Schulberatung.

Strobl forderte die SPÖ abschließend auf, rasch einen Schulentwicklungsplan vorzulegen, statt sich an den Problemen vorbeizumogeln.

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