Stars on Ice - ohne Blessuren

2006 verletzten sich 4.700 Personen beim Eislaufen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Wie solche Unfälle vermieden werden können, weiß das KfV.

Wien (OTS) - Weit mehr als eine Million Menschen nutzen die zahlreichen Eislaufplätze und die schönen österreichischen Seen für das winterliche Vergnügen auf zwei Kufen. Eislaufen gehört gemeinsam mit Skifahren und Snowboarden zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. "Gerade für Kinder und ältere Menschen ist Eislaufen der ideale Sport, da das Herz-Kreislauf-System gestärkt und die Koordinationsfähigkeit trainiert wird", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Leider bleibt der Sport auf zwei Kufen nicht immer ohne schmerzhafte Blessuren: Allein im Jahr 2006 verletzten sich in Österreich rund 4.700 beim Eislaufen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Knapp 60 Prozent der Betroffenen waren Frauen. Rund 1.800 aller Verletzten waren unter 15 Jahre alt.

Hauptunfallursache sind Stürze

82 Prozent aller im Krankenhaus versorgten Eisläufer in Österreich verletzten sich aufgrund von Stürzen - zehn Prozent verunfallten durch Zusammenstöße. 49 Prozent aller Verletzungen sind Knochenbrüche. Zu den häufigsten Verletzungen gehören der Bruch des Unterarms oder des Handgelenks. "Für Anfänger empfiehlt es sich, das Eislaufen bei einem Sportverein zu lernen - denn hier wird den Eisläufern gezeigt, wie man richtig fällt. Schmerzhaft Verletzungen können so verhindert werden", weiß Dr. Kisser. Ebenso wie beim Inlineskaten besteht beim Eislauf die Gefahr, nach hinten zu stürzen und sich durch den Aufprall auf das harte Eis den Kopf zu verletzen. Laut der Freizeitunfallstatistik des KfV 2006 gaben gerade einmal ein Prozent aller Verletzten an, zum Zeitpunkt des Unfalls einen Helm getragen zu haben. Das KfV empfiehlt deshalb, vor allem Kindern beim Eislaufen einen Skihelm (Norm EN 1077) oder einen Eishockeyhelm (EN 10256) aufzusetzen, denn der Anteil der Kopfverletzungen bei den unter 15-Jährigen liegt bei 26 Prozent! Bisher hat sich der Helm bei Hobbyeisläufern kaum durchgesetzt.

Am besten feste Handschuhe tragen

Neben dem Kopf, gehören beim Eislaufen auch die Hände bzw. die Handgelenke zu den Körperteilen, die sich der Eisläufer leicht verletzen kann. Bei einem Sturz stützt man sich in der Regel reflexartig mit den Händen ab - was im schlimmsten Fall zu schmerzhaften Verstauchungen oder gar zu Knochenbrüchen führen kann. Das KfV fordert daher seit Jahren die Sportartikelhersteller auf, ähnlich wie bei den Protektoren für Inlineskater, schützende Eislaufhandschuhe zu produzieren. Das Abknicken des Handgelenks oder schmerzhafte Schnittverletzungen durch scharfe Kufen können so vermieden werden. Grundsätzlich kommt es, wie bei anderen Sportarten auch, auf eine angemessene Ausrüstung an, um den Eislaufsport unfallfrei genießen zu können.

Tückisches Natureis

Beim Eislaufen im Freien läuft nicht immer alles so glatt wie in der Eislaufhalle oder auf dem Eislaufplatz. Hier gibt es zwei Gefahrenmomente, die auf künstlichem Eis nicht auftreten: Zum einen gibt es hier Stolperfallen durch tückische Unebenheiten oder Äste -und nicht zu vergessen - zum anderen die Gefahr einzubrechen. Für Laien ist die Eisdicke nicht zuverlässig zu beurteilen; auch bei großer Kälte können Grundwasserströme oder aufsteigende Fäulnisgase das Eis an manchen Stellen gefährlich dünn machen. Wer irgendwo auf das Eis steigt, tut dies jedenfalls auf eigene Gefahr. "Natureisläufer sollten sich immer über die aktuelle Außentemperatur informieren. Wenn diese über mehre Tage nur wenige Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt liegt, ist eine Eisfläche nicht mehr sicher. Verbote sind jedenfalls zu beachten. Am besten ist, überhaupt nur dort zu laufen, wo Bahnen ausdrücklich für das Eislaufen freigegeben sind. Diese Flächen sind geprüft und oft auch präpariert. Eisläufer sollen sich vorher bei der entsprechenden Gemeinde informieren", rät Dr. Kisser. Viele Gemeinden geben Auskunft über die Beschaffenheit des Natureises.

Was tun, wenn jemand einbricht?

Sollte es im schlimmsten Fall zu einem Eiseinbruch kommen, heißt es zwar "Ruhe bewahren", aber trotzdem ist Eile geboten, da der Eingebrochene schnell unterkühlen kann. Der Verunfallte kann sich selbst durch seitlich ausgestreckte Arme Halt auf der Eisdecke verschaffen und versuchen, sich in die Richtung auf das Eis zu schieben, aus der er gekommen ist. Bei brüchigem Eis ist es besonders wichtig, das Körpergewicht auf eine besonders große Fläche zu verteilen. Das gilt übrigens für jeden Retter: Am besten in Bauchlage versuchen, zum Eingebrochenen zu gelangen. Bretter, stabile Äste und Schlitten sind in dieser Situation ebenfalls hilfreich. Nach der Bergung des Verunglückten benötigt dieser umgehend Wärmezufuhr. Eine Untersuchung beim Arzt ist ebenfalls unerlässlich.

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Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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