"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Türkischer Arnie"

In Österreich schaffen viel zu wenig Migranten den gesellschaftlichen Aufstieg.

Wien (OTS) - Wenn in Österreich über Integration diskutiert wird, sind die Rollen klar verteilt. Auf der einen Seite sind wir, die Mehrheitsgesellschaft, jene, die schon immer hier gelebt und ihre Wurzeln in Österreich haben. Auf der anderen Seite sind sie, die Migranten, die vielleicht auch schon länger hier sind, aber trotzdem nicht wirklich zu uns gehören.
Das wäre anders, gäbe es in Österreich mehr Menschen mit Migrationshintergrund, die den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen. Und damit für alle sichtbar die Gesellschaft mitprägen.
Beispiel Politik: Von 183 Volksvertretern im Nationalrat hat kein einziger Migrationshintergrund. Beispiel Medien: Weder beim ORF noch bei ATV strahlt ein Moderator mit türkischen oder ex-jugoslawischen Wurzeln vom Bildschirm (außer bei "Heimat, fremde Heimat").
Das muss sich ändern. Alle Seiten sind gefordert. Migranten dürfen sich nicht in Parallelwelten abkapseln. Die aufnehmende Gesellschaft muss für sie auf allen Ebenen durchlässiger werden.
Zugegeben, es ist schwer vorstellbar, dass sich in Österreich ein aus dem Osten zugewanderter Hobbysportler mit starkem Akzent bis zum Landeschef hocharbeitet. Andererseits: In Kalifornien war das möglich.

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