"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Ein Mäuslein"

Statt dieser Schulreform hätte Schmied vorerst keine machen sollen.

Wien (OTS) - Politiker mit Sendungsbewusstsein gibt es nicht
viele. SPÖ-Unterrichtsministerin Schmied hat es. Mit Verve stürzte sie sich in das Projekt "Neue Mittelschule". Und unterschätzte vor lauter Begeisterung die Beharrungskraft der ÖVP. So ward ein Mäuslein geboren. Fast nur Hauptschulen haben sich dafür gemeldet, die gemeinsame Ausbildung von Zehn- bis 14-Jährigen zu erproben -bisherige Mittelschüler werden dort nicht dabei sein.
Dass nur drei Gymnasien teilnehmen, verwundert nicht. Die AHS-Lehrervertreter verwahrten sich von Anfang an gegen "Gleichmacherei".
Der Sinn der Sache - Hauptschulen und Gymnasien verschmelzen - ist nicht erfüllt. Auch wenn Schmied noch so über den "beeindruckenden Start" jubelt. Ihr Verweis auf "attraktive Programme" beeindruckt ebenfalls nicht. Solche sollten bereits alle Schulen bieten.
Die Häme der Schwarzen war vorhersehbar. Warum macht die SPÖ dem Koalitionspartner diese Freude? Sie hätte vorerst von der Causa lassen sollen - mit dem Argument, mit den Konservativen sei leider keine neue Schule zu machen. Diese hatte Schmied versprochen, nicht einen faulen Kompromiss.

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