Marek zu EU-Genderbericht: Teilzeit sowohl Chance als auch Herausforderung

Nachfrage von Frauen nach Teilzeitarbeit ungebrochen hoch

Wien (BMWA/OTS) - Sowohl als "Chance" als auch als
"Herausforderung" sieht Staatssekretärin Christine Marek die Daten zum Thema Teilzeit vom jüngsten EU-Genderbericht. "Tatsache ist, dass für viele Frauen ein Teilzeitjob den Wiedereinstieg in das Berufsleben bedeutet", so Marek. Hier sei auch die Nachfrage sehr hoch. Nach den letzten Arbeitsmarktdaten vom Dezember 2007 gab es 29.475 arbeitsuchende Frauen mit dem Wunsch nach Teilzeit, aber nur 3.881 gemeldete offene Teilzeitstellen. Österreich habe mit der Einführung des Rechts auf Elternteilzeit dieser ungebrochen hohen Nachfrage auch Rechnung getragen. Laut dem letzten Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer ist die Zufriedenheit von teilzeitarbeitenden Frauen in den letzten zehn Jahren auch von 105 auf 110 Indexpunkte gestiegen. Marek wies weiters darauf hin, dass der Unterschied der Teilzeitquote von Frauen in Österreich (41,5 Prozent) im Vergleich zu Schweden (40,3 Prozent) nur minimal sei.

Andererseits bedeutet Teilzeitarbeit über einen sehr langen Zeitraum hinaus sehr wohl auch Nachteile, wie etwa bei Einkommensverlauf, Karriereentwicklung, Pensionsanrechnung etc. Deshalb sei es auch notwendig, alle Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, um eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Zahlreiche Maßnahmen der Bundesregierung wie etwa das flexiblere Kinderbetreuungsgeld als auch die Anstoßfinanzierung des Bundes von 60 Millionen Euro über drei Jahre für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sowie die Unterstützung von Tageseltern würden dazu beitragen. Darüber hinaus seien wichtige Initiativen etwa zum Ausbau von qualifizierter Teilzeit, einem verbesserten Wiedereinstieg durch den in Umsetzung befindlichen Praxisleitfaden für Wiedereinsteigerinnen oder auch Maßnahmen zu einem positiven Bewusstsein für familienfreundliche Maßnahmen in Unternehmen in Vorbereitung, so Marek.

Der Bericht lege aber auch klar dar, dass Österreich in sehr vielen Bereichen eine sehr gute Entwicklung zurücklegen konnte. Marek nannte hier u.a. die Beschäftigungsquote von Männern und Frauen, die Differenz zwischen den Beschäftigungsquoten, auch die Beschäftigungsquote von Männern und Frauen mit Kindern sowie die Arbeitslosenquote absolut. Gut stehe Österreich auch bei der Anzahl von befristeten Dienstverhältnissen da. Überdurchschnittlich viele Frauen und Männer haben auch eine Weiterbildung konsumiert, die Anzahl der Frauen und Männer mit zumindest sekundärem Bildungsabschluss ist im EU-Vergleich ebenfalls sehr gut.

Hinsichtlich Frauen im Managementpositionen zeigte sich Marek erfreut über die Ansage der Generalsekretärin der WKÖ Anna Maria Hochhauser, wonach sie sich bei Corporate Governance-Empfehlungen die Aufnahme einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen vorstellen könne, womit der Frauenanteil in Aufsichtsräten erhöht werde. "Es ist gut zu wissen, die Wirtschaft hier im Boot zu haben. Gemeinsam sollte die Umsetzung so schnell wie möglich angegangen werden."

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