Raiffeisen Bausparkasse präsentiert Studie und Ökodarlehensaktion: Ohne Ankurbelung der Sanierungsrate ist Klimaziel nicht erreichbar

Mit 10 Prozent mehr öffentlichen Mitteln könnte Sanierungsrate verdreifacht werden

Wien (OTS) - Dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Althaussanierung orten die Autoren der Studie "Klimaschutz durch Wohnbausanierung", Prof. Dr. Reinhold Christian, Umwelt Management Austria, Dr. Winfried Kallinger, Kallco Bauträger GMBH und Sprecher der Bauträger in der Wirtschaftskammer Österreich, und Prof. Dr. Helmut Kramer, ehemaliger Leiter des WIFO, die die Studie im Auftrag der Raiffeisen Bausparkasse erstellt haben. Mit der derzeit niedrigen Sanierungsrate und den budgetierten Wohnbauförderungsmitteln sind die Klimaziele der Bundesregierung nicht zu realisieren. Die Experten fordern daher konkrete Maßnahmen: ein koordiniertes Konzept für die thermische Sanierung, finanzielle Anreize in Form einer höheren Sanierungsförderung, eine verbesserte Informationspolitik und die Durchforstung des Wohnrechts für Mehrwohnungsbauten, da gewisse Bestimmungen sinnvolle Maßnahmen verhindern.

Eine Reduktion der CO2-Emissionen im Wohnbereich könne ohne massive thermisch-energetische Verbesserung des Häuserbestandes und ohne deutlich höhere Standards im Neubau nicht erreicht werden, betonen die Experten, da rund ein Fünftel des Endenergieverbrauchs auf die Raumwärme von Haushalten und Kleinverbrauch entfallen. Insbesondere die nach dem 2. Weltkrieg bis zum Jahr 1980 errichtete Bausubstanz, gehört aufgrund der deutlich schlechteren thermischen Qualität dringend saniert. Dieser Hausbestand umfasst rund 1,5 Millionen Wohneinheiten, jeweils zur Hälfe Einfamilienhäuser und Mehrwohnungsbauten.

Angepeilte Sanierungsrate nicht realisierbar

Das von der Bundesregierung in ihrem Anpassungspaket 2007 genannte Ziel, die thermische Sanierungsrate von derzeit 1 auf 3 % und mittelfristig auf 5 % pro Jahr zu steigern, hält Kramer für unrealistisch. "Eine so kräftige Anhebung der Sanierungsrate in wenigen Jahren entspricht zwar auch den Zielen der EU, ist aber allein schon wegen der nicht so rasch erweiterbaren Kapazitäten in der Bauwirtschaft schwer denkbar und kann erst für 2020 als Zielvorgabe angenommen werden." Er hält dagegen eine stufenweise Anhebung der Sanierungsrate auf 3 % und zwar vor allem im problematischen Gebäudebestand 1945 bis 1980, auf Grundlage einer koordinierten Sanierungsstrategie für realisierbar. Dies würde ein Einsparungspotenzial in Höhe von sieben Millionen Megawattstunden jährlich bringen, was einem Wert von 12 % des gesamten Raumwärmebedarfs aller Wohngebäude entspricht. Da auch dies zu wenig ist, um das Kyoto-Ziel zu erreichen, ist neben der Effizienzsteigerung auch der Übergang zu erneuerbaren Energieträgern dringend geboten. Geht man von der 3 %igen Sanierungsrate aus, würden sich Modernisierungskosten für die Wohnbauten aus 1945 bis 1980 in der Höhe von 42,57 Mrd. Euro ergebeb, das sind 3,27 Milliarden pro Jahr.

Empfehlungen der Studienautoren

Angesichts der Dringlichkeit einer wirkungsvollen Klimastrategie, plädieren die Experten für ein Bündel von Maßnahmen. Diese umfassen anspruchsvollere Vorgaben bei der Sanierung von Altbauten, eine Beschleunigung der Sanierung, u. a. durch das Verstärken von Anreizen, eine gezielte Informationsverbesserung, die Beseitigung von rechtlichen Hindernissen und Innovationen in Forschung, Entwicklung und Organisation. Eine Finanzierungsmilliarde innerhalb der Wohnbauförderung soll ausschließlich der beschleunigten Wohnhaussanierung gewidmet sein, ohne diese Maßnahme erscheint es so gut wie ausgeschlossen, dass Österreich die von der Regierung selbst gesetzte und im Rahmen der EU zugesagte Emissionssenkung erreichen kann. Da das größte Hindernis für eine verstärkte Sanierungsbereitschaft der hohe finanzielle Aufwand ist, bedarf es einer finanziellen Abfederung für Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter.

Die Finanzierungsmilliarde für die beschleunigte Wohnhaussanierung soll durch Umschichtungen innerhalb der Wohnbauförderung und durch eine zusätzliche Neudotation in Höhe von 200 Mio. Euro realisiert werden. Derzeit fließen von den 2,5 Mrd. Euro Wohnbauförderung 538 Millionen Euro in die Wohnhaussanierung. Mit zusätzlich rund 10 % der für die Wohnbauförderung verfügbaren öffentlichen Mittel könnte der notwendige Sanierungsaufwand in Gang gesetzt werden. Eine finanzielle Kompensation dafür wäre durch Einsparungen bei den Emissionszertifikaten und Pönalezahlungen gegeben, die bei Nichterreichen der Emissionsziele anfallen würden.

Win-Win-Situation für alle Beteiligten

Für die öffentliche Unterstützung der Wohnhaussanierung sprechen aus volkswirtschaftlicher Sicht zahlreiche Vorteile, die gleichzeitig erzielt werden können: Die thermische Sanierung senkt die Abhängigkeit der Volkswirtschaft von Energieimporten und da die verbesserte Energieeffizienz von Bauten weltweit immer stärker nachgefragt wird, tragen anspruchsvollere nationale Standards zu wirtschaftlich interessanten technischen und organisatorischen Innovationen bei und stärken die Wettbewerbsposition der österreichischen Wirtschaft weltweit. Daneben spielen konjunkturelle Impulse und Beschäftigungseffekte nach wie vor eine Rolle, da die Wohnhaussanierung beschäftigungsintensiver ist als andere Bausparten.

Raiffeisen Bausparkasse startet Ökodarlehensaktion

Einen Beitrag zum klimaschonenden Bauen und Wohnen leistete die Raiffeisen Bausparkasse mit einer Ökodarlehensaktion. Ab 1. Februar 2008 bietet sie mit der Prima-Klima-Bauspar-finanzierung einen um 10 % reduzierten Zinssatz für ökologische Maßnahmen an. Dafür wird ein Volumen von 100 Millionen Euro reserviert. Die Sofortfinanzierung wird zu 2,9 % (normalerweise 3,2 %), das Stammkundenangebot mit 3,5 % (normalerweise 4 %) angeboten.

"Energiesparen lohnt sich, denn die Prima-Klima-Bausparfinanzierung für ein Bauspardarlehen von 100.000, Euro und einer 20jährigen Laufzeit ist jetzt um fast 1.100, Euro günstiger als die traditionelle Bausparfinanzierung" betont Generaldirektor Erich Rainbacher.

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