Lunacek: Adoptionsrecht muss ins österreichische Lebenspartnerschaftsgesetz

Grüne: Historische EGMR-Entscheidung ist Steilvorlage für ÖVP und SPÖ

Wien (OTS) - Der Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat entschieden, einer lesbischen Frau 10.000 Euro Schmerzensgeld zuzusprechen, weil ihr Adoptionsansuchen 1998 aufgrund ihrer Homosexualität abgelehnt wurde. "Das zeigt die Rückständigkeit Österreichs in diesem Bereich", so die Nationalratsabgeordnete der Grünen, Ulrike Lunacek. "In Österreich dürfen gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam keine Kinder adoptieren. Auch der Entwurf eines Lebenspartnerschaftsgesetzes des Justizministeriums vom Herbst 2007 sieht weder Fremd- noch Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare vor, obwohl sich die Regierungspartei SPÖ zumindest für die Ermöglichung der Stiefkindadoption ausgesprochen hat".

Die Grünen treten seit Jahren dafür ein, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder - sowohl Stief- als auch Fremdkinder - adoptieren dürfen. "Schließlich leben Tausende von Kindern auch in Österreich in Familien mit lesbischen Müttern oder schwulen Vätern," betont Lunacek und weiter: "Auch Österreich wird sich dem internationalen rechtlichen Trend nicht länger widersetzen können und die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren in diesem Bereich abschaffen müssen. In Großbritannien oder im katholischen Spanien ist das längst der Fall", schließt Lunacek.

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