10 Punkte-Programm der SPÖ gegen Jugendgewalt (2): Ausbildung, Perspektiven und Beschäftigung wichtigste Mittel gegen Jugendkriminalität

Noch heuer 2.500 neue Ausbildungsplätze für Jugendliche

Wien (SK) - "Bildungsangebote reduzieren Jugendkriminalität und Jugendgewalt. Wer Perspektiven hat, setzt sein Leben nicht aufs Spiel", machte Bildungsministerin Claudia Schmied bei der Präsentation des "10-Punkte-Programms der SPÖ gegen Jugendgewalt" klar. Besonderes Gewicht messen die MinisterInnen der "Ausbildungsgarantie bis 18 Jahre" bei. Noch heuer sollen 2.500 Ausbildungsplätze für Jugendliche geschaffen werden, Ziel sei die völlige Schließung der Lehrstellen-Lücke. ****

"Attraktive Bildungsangebote", legte Schmied dar, "bieten Jugendlichen Perspektiven und Chancen. Schulische Bildung, Weiterbildung und Beschäftigung sind die beste Prophylaxe gegen Jugendkriminalität. Politik hat die gesellschaftspolitische Verantwortung, den jungen Menschen Chancen zu geben. Kein einziger Bildungsweg darf zu einer Bildungs-Sackgasse werden." Geeignete Maßnahmen seitens der Bildungsministerin zur Reduktion von Jugendgewalt sei die mit den Sozialpartnern ausverhandelte Bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr, die Maßnahmen zur Reduktion von Dropout-Quoten, die Ermöglichung der Berufsmatura, die Intensivierung der Individualisierung und bestmöglichen Förderung der Jugendlichen in der Schule. Rund um den Unterricht brauche es aber auch mehr schulpsychologische Beratung und Schulsozialarbeit, damit österreichweit eine rasche Krisenintervention gewährleistet sei. Dafür seien auch mehr budgetäre Mittel notwendig. Jedoch seien "Ausgaben in Bildung und Ausbildung der Jugend gute Ausgaben für die Zukunft", erklärte Schmied. "Ich möchte weiter daran arbeiten, das Bildungsprogramm in Österreich attraktiv zu gestalten, was für mich bedeutet, das Projekt 25 - kleinere Klassen - konsequent voranzutreiben. Das bedeutet mehr Zuwendung für die Kinder und gibt die Möglichkeit, auf jedes Kind individuell einzugehen", so die Bildungsministerin.

Die Strategie gegen die Gewalt an Schulen erfordere einen sensiblen aber konsequenten Umgang aller Beteiligten. Im Rahmen der Initiative "Gemeinsam gegen Gewalt" regte Schmied "klare Verhaltensvereinbarungen" an und sprach von einem "gemeinsamen schriftlichen Bekenntnis aller regionalen Partner, wie Lehrer, Eltern, Schüler, Polizei, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Jugendreferate, Wirtschaft, NGOs und Medien. Bereits im März 2008 sollen erste Vereinba-rungen gegen Gewalt an der Schule in ausgewählten Bezirken geschlossen werden. Zusätzliche werde es eine Homepage zur Vernetzung aller Partner gegen Gewalt geben sowie eine Hotline für Krisenberatung von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern.

Buchinger: Beste Prophylaxe gegen Jugendkriminalität ist Ausbildung

"Entscheidend ist, den Jugendlichen auch Perspektiven zu geben. Gewalt ist oftmals Ausdruck von Hilflosigkeit. Wer hilflos ist, braucht Handlungsoptionen. Die beste Prophylaxe gegen Jugendkriminalität sind Ausbildung, aber auch der Anschluss in die Beschäftigung", erklärte Sozialminister Erwin Buchinger. Ein Schlüssel dazu sei die Ausbildungsgarantie bis 18 Jahre, so der Sozialminister. Heuer sollen noch 2.500 Ausbildungsplätze für Jugendliche geschaffen werden, nächstes Jahr sollen es nochmals 2.000 sein. Das Ziel sei die "völlige Schließung der Lehrstellen-Lücke. Es ist dies eine wichtige Investition in die Zukunft, die jungen Menschen Perspektiven für eine vollständige Integration in den Arbeitsmarkt und somit für ein eigenständiges und selbst bestimmtes Leben bietet".

Buchinger setzt auch auf Gewaltprävention und Sensibilisierung. Ziel der Arbeit seines Ministeriums sei auch Bewusstseinsbildung, dass "Gewalt kein Kavaliersdelikt, sondern eine Menschenrechtsverletzung" sei, dass sich Männlichkeit und Gewalt ausschließen und dass Gewalt unter den Jugendlichen als "uncool" gelten soll. Nach einer vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen Studie seien 30 Prozent der Jugendlichen in der Schule mit Gewalt konfrontiert worden und 35 Prozent in Alltagssituationen. 61 Prozent der Schüler hätten bereits Gewalt in ihrer Schule miterlebt. Als Gegenmaßnahmen nannte Buchinger gezielte Schwerpunktmaßnahmen in Form von Workshops, Ausstellungen und Seminaren oder etwa die Gender Tage 2007 unter dem Motto "Konflikt- und Gewaltprävention". (Schluss) gd

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