Integrationsbericht: Kinderfreunde für Offensive im vorschulischen Bereich

Wien (SK) - Innenminister Platter fordert als Konsequenz aus dem Integrationsbericht die Ausweitung der verpflichtenden Deutschkurse und einen verstärkten Einsatz von Kindergärtnerinnen mit Migrationshintergrund. Was es aber dafür braucht ist eine grundlegende Reform des elementarpädagogischen Bereichs. Denn Bildung beginnt im Kindergarten. "Die vom Innenminister geforderten Kindergärtnerinnen mit Migrationshintergrund, werden sich wohl nicht so schnell aus dem Hut zaubern lassen", meint Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. ****

Dazu seien die Bildungschancen im Lande nach wie vor zu ungleich verteilt. Der Eintritt in die Bildungseinrichtungen für KindergartenpädagogInnen ist für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund noch immer eine unüberwindbare Hürde.

Schwere Lücken im elementarpädagogischen Bereich

"Die Forderung des Innenministers nach mehr Kindergärtnerinnen mit Migrationshintergrund, kann zum jetzigen Zeitpunkt höchstens als frommer Wunsch bezeichnet werden. Denn viele der betroffenen Mädchen und Burschen schaffen nicht mal den Eintritt in die Kindergartenpädagogischen Lehranstalten", so Rammer. Die geforderten Deutschkurse werden dem Problem ebenfalls nicht gerecht, denn für viele Kinder mit Migrationshintergrund ist der nicht besuchte Kindergarten bereits die Weichenstellung in eine bildungspolitische Sackgasse. "Integration ist nicht auf Kultur und Religion beschränkt, sondern eine gesamtgesellschaftliche Frage - vor allem im Bereich Bildung. Ich bekenne mich in diesem Zusammenhang zum verpflichtenden Kindergarten-Besuch. Es darf kein Kind geben, das nicht mindestens ein Jahr im Kindergarten war", so der Vorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde, Oberösterreichs Soziallandesrat Josef Ackerl.

Forderungen der Kinderfreunde für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich

  • Gratiskindergarten ab dem 2. Lebensjahr;
  • Verpflichtendes letztes Kindergartenjahr für alle Kinder;
  • Verbesserte Personalausstattung in den Kinderbetreuungsstätten (besondere Berücksichtigung der sozialen Indexierung; sprich: höhere Personalkapazitäten in "sozialen Brennpunkten");
  • Unterstützung beim Hilfspersonal

In der Praxis stellt sich heraus, dass Helferinnen bzw. Reinigungspersonal mit Migrationshintergrund im Kindergarten eine wichtige Funktion in der Vermittlung zwischen KindergartenpädagogInnen und Eltern einnehmen. Wichtig wäre hier, diese Ressourcen bewusster in den pädagogischen Alltag zu integrieren und für die Betroffenen entsprechende Bildungs- und Informationsangebote zu schaffen. "Deutschkurse lösen das Problem nur punktuell. Der Schwerpunkt muss auf der vorschulischen Bildung liegen, nur so kann der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund wirksam entgegen gewirkt werden", schließt Rammer. (Schluss) js/mm

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