ÖAMTC: "European Tunnel Award" für den Ottsdorftunnel (+ Foto)

Resümee von drei Jahren Tunneltest in Brüssel - 150 Tunnel in 18 Ländern auf Sicherheit überprüft

Wien (OTS) - 48 verkeilte Fahrzeuge im Ehrentalerbergtunnel auf
der Süd Autobahn (A2), ein Massencrash im Ofenauertunnel auf der Tauern Autobahn (A10) - wenn es im Tunnel kracht, sind die Folgen meist erheblich. "Vor allem einröhrige Tunnel sind und bleiben tickende Zeitbomben im Verkehrsnetz", ist ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke überzeugt. Umso wichtiger ist das europäische Verkehrssicherheitsprogramm EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme), das der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Schwesterclubs initiiert hat. Im Rahmen von EuroTAP wurden in den vergangenen drei Jahren über 150 Tunnel in 18 Ländern auf ihre Sicherheit überprüft. Der Siegertunnel 2005, der Ottsdorftunnel auf der Pyhrn Autobahn (A9) in Oberösterreich, wurde gestern Abend bei der Präsentation des "EuroTAP Audit Reports" in Brüssel zusätzlich mit dem "European Tunnel Award" prämiert. "Damit zählt er zu den drei sichersten Tunnels Europas", ist Matzke stolz auf die österreichischen Standards.

Seit 2004 gibt es dank der Unterstützung des österreichischen EU-Parlamentariers Reinhard Rack eine europäische Richtlinie für Tunnelsicherheit. Im Rahmen der Preisverleihung nannte ÖAMTC-Präsident Werner Kraus, zugleich Präsident der FIA-Region 1, das Ziel, dass in den kommenden fünf Jahren alle Tunnel im transeuropäischen Autobahnen- und Schnellstraßennetz zumindest das Minimum der strengen Sicherheitsrichtlinien erfüllen müssen. Dazu gehören Punkte wie kein Gegenverkehr, eine akzeptable Beleuchtung, ausreichende Fluchtwege und vor allem eine Videoüberwachung und reichlich Notruftelefone. "In den bisherigen Tests sind noch rund ein Drittel aller Tunnel wegen unzureichender Fluchtstollen durchgefallen", weiß Matzke. Er ortet auch in Österreich noch Handlungsbedarf: "Einröhrige Tunnel müssen bald der Vergangenheit angehören."

Fortschritte im Tunnelbau in Österreich

Die EuroTAP-Tunneltests haben den Ausbau der zweiten Tunnelröhren schon beschleunigt. 2008 können die zweiten Röhren mit den entsprechenden Fluchtmöglichkeiten in folgenden Tunnels in Betrieb genommen werden: Lainbergtunnel der Pyhrn Autobahn (A9), Katschbergtunnel der Tauern Autobahn (A10) und Ganzsteintunnel der Semmering Schnellstraße (S6). Bereits durchgeschlagen ist der Roppener Tunnel der Inntal Autobahn (A12), voll in Bau der Tauern Tunnel der Tauern Autobahn (A10). Noch heuer begonnen wird der 6,7 km lange Pfändertunnel der Rheintal Autobahn (A14) bei Bregenz.

Für den Neubau von Tunnels fordert der ÖAMTC durchgehende Pannenstreifen, wie das etwa bei der Wiener Südumfahrung (S1) schon verwirklicht wurde, zusätzliche Rettungsstollen und eine in der Asfinag bereits erprobte neuartige Beleuchtung mit Weißlicht. Die vielfach zu grellen Grünampeln bei Tunnels werden auf Betreiben des ÖAMTC eine zusätzliche Lichtanpassung erhalten.

ÖAMTC-Kompetenz bei internationalen Sicherheitstests

Gemeinsam mit seinen Schwesterclubs führt der ÖAMTC europaweit Verkehrssicherheits- und Konsumentenschutzprogramme durch. Bekanntestes Beispiel für diese Zusammenarbeit sind die seit 1997 durchgeführten EuroNCAP-Crashtests (European New Car Assessment Programme). Weitere internationale Programme sind u.a. Kindersitztest, Reifentest, Raststättentest oder Fährentest. Unter der Schirmherrschaft von EuroTEST, zu dessen Gründungsmitgliedern Österreich durch den ÖAMTC zählt, läuft eine Reihe von verschiedenen Sicherheitstests. Ziel ist es, aus den Erkenntnissen Europäische Richtlinien zu erstellen. So gibt es bereits eine EU-Tunnelrichtlinie, deren Einhaltung laufend durch die europäischen Automobilclubs überprüft wird. EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme) ist der große europäische Tunneltest, der von der EU-Kommission gefördert wird.

Aviso an die Redaktionen: Fotos zur Preisverleihung sind ab Mittag auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Kesche
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001