Ludwig präsentiert "POSEIDON - eine europäische Reise"

Buch-Neuheit über spannendes EU-Projekt, bei dem Wien Lead Partner war

Wien (OTS) - Ziel des Projekts, an dem sechs europäische Regionen beteiligt waren und bei dem die Stadt Wien - MA 50 als Lead-Partner fungierte, war es, innovative Ansätze und Methoden zu entwickeln, um in sozial benachteiligten Stadtvierteln umfassende Verbesserungen zu erreichen. Ganz besondere Bedeutung kam dabei der Miteinbeziehung und Mitarbeit der lokalen Bevölkerung sowie der Miteinbindung der lokalen Behörden zu. Jede der Partnerregionen - Wien, Genua, Amsterdam, Stockholm, North Kent und London-Haringey - erarbeitete Pilotprojekte, die im Zeitraum Januar 2004 bis März 2007 durchgeführt wurden. Wien beteiligte sich mit den beiden Pilotprojekten "ANKER 10" und "WOLKE 7" an POSEIDON, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch das EU-Programm INTERREG IIIC Ost mit insgesamt rund 2,2 Mio. Euro kofinanziert wurde. Die Wiener Projekte wurden maßgeblich von der Gebietsbetreuung Städtische Wohnhausanlagen im 10. Bezirk und von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung Mariahilf-Neubau mitgetragen. Beide Pilotprojekte liefen sehr erfolgreich - durch sie konnte wichtiges Know-how gewonnen werden, das auch heute noch in weiterführende Aktivitäten miteinfließt. Im Buch "POSEIDON - eine europäische Reise" schildern die Autoren DI Susanne Peutl, Projektkoordinatorin von POSEIDON und Dr. Wolfgang Förster, Leiter der Wiener Wohnbauforschung (MA 50), auf interessante und kurzweilige Weise den Ablauf des EU-Projekts, erläutern die jeweiligen Erneuerungsstrategien der Partnerstädte und beschreiben deren Pilotprojekte. Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig präsentierte das neue Buch gestern gemeinsam mit den AutorInnen.****

"Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Der Trend zur Urbanisierung stellt uns auch in Europa vor neue Herausforderungen. Dazu zählt die Entwicklung neuer Stadtteile, dazu gehören aber auch Strategien und Maßnahmen, um ältere Stadtteile zu erneuern und aufzuwerten. Das Projekt POSEIDON, bei dem Wien eine führende Rolle einnahm, hat sich die wichtige Aufgabe gestellt, wie Grätzel, die eine schwache wirtschaftliche, aber auch soziale Struktur haben, neu belebt werden können. Durch den Weg der sanften Stadterneuerung, durch Sanierungsoffensiven und durch Einrichtungen wie die Gebietsbetreuungen hat Wien im Bereich der Erneuerung älterer Viertel eine internationale Vorbildfunktion. Dennoch ist es notwendig, dass wir uns bereits jetzt mit zukünftigen Entwicklungen auseinandersetzen. Denn die Städte der Zukunft werden neue Impulse, neue Zugänge und innovative Maßnahmen erfordern, um die soziale und wirtschaftliche Ausgewogenheit zu sichern. Umso wichtiger ist es, über den Tellerrand zu schauen, europaweit einen regen Ideen- und Erfahrungsaustausch zu pflegen, um auf diese Weise die Lebensqualität auf regionaler, wie auch auf EU-weiter Ebene gemeinsam weiter zu verbessern. Gerade in Zeiten der Globalisierung hat uns das Projekt POSEIDON wichtige Lösungen aufgezeigt, die auf einem - wenn man so will - gegenteiligen, gewissermaßen antiglobalen Ansatz beruhen. Denn jedes Grätzel hat seine eigene Tradition, einen besonderen kulturellen Charakter und ein großes individuelles Potential, das es zu entwickeln und zu stärken gilt. Für die Revitalisierung von alten Stadtteilen gibt es keine globalen Lösungen. Dennoch können wir europaweit voneinander lernen und profitieren, neue Ideen aufgreifen, adaptieren und den ,Werkzeugkasten’, der uns für die Arbeit zur Verfügung steht, vergrößern. Im Mittelpunkt der Pilotprojekte, die ihm Rahmen von POSEIDON durchgeführt wurden, steht immer der Mensch, die Bewohnerinnen und Bewohner der Viertel, ihre Wünsche und Bedürfnisse. Sie werden miteinbezogen, aber auch gefordert, ihr Lebensumfeld mitzugestalten, es zu prägen und sich damit zu identifizieren. Und darin liegt für mich persönlich der größte ,Schatz’ dieses richtungsweisenden Projekts. Denn letztendlich kann es uns nur durch einen guten sozialen Zusammenhalt, durch ein harmonisches Miteinander und die aktive Beteiligung jedes Einzelnen gelingen, die Städte der Zukunft für alle Bewohnerinnen und Bewohner lebenswert zu gestalten", hielt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in einer Rede im Rahmen der Buchpräsentation fest.

Projekt und Buch POSEIDON

INTERREG IIIC ist ein Programm der Europäischen Union, durch das regionale Entwicklungen forciert und der wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhang in Europa gefördert werden sollen. Grundsätzlich teilt INTERREG IIIC das Gebiet der EU in vier geografische Zonen ein. Projekte werden je nach Standort des Lead Partners der Programmzone Nord, Ost, Süd oder West zugeteilt. Themen für Projekte, die Fördermittel erhalten (Budget 2000-2006: 315 Mio. Euro) können im Bereich der Technologie, Forschung, Bildung, Umwelt, Beschäftigung und ländliche und städtische Entwicklung liegen.

POSEIDON "Hoffnung für sozial benachteiligte Viertel" (Partnership on Socio-economic and Integrated Development of Deprived Neighbourhoods), ein dreijähriges Projekt von INTERREG IIC Ost unter der Leitung der Stadt Wien, konzentrierte sich auf vor allem auf die Verbesserung des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalts in benachteiligten städtischen Gebieten.

Wenn auch alle beteiligten Partnerstädte gleiche Ziele verfolgten und alle Projekte auf der intensiven Miteinbeziehung der lokalen Bevölkerung basierten, so waren die spezifischen Bedürfnisse und Ansätze doch unterschiedlicher Natur.

Susanne Peutl, Projektkoordinatorin von POSEIDON in Wien: "Wir müssen die individuellen Hintergründe und die Stadterneuerungsstrategien der Partnergebiete verstehen, um einen gemeinsamen Nenner zu finden und aus unseren jeweiligen praktischen Erfahrungen zu lernen. So funktionieren interregionale Projekte."

"Im Buch ,POSEIDON - eine europäische Reise" schildern wir, wie der Ablauf des Projekts, aber auch der Prozess des Austausches zwischen den Partnerstädten ausgesehen hat. Die vielen Anekdoten, die mit eingeflossen sind, spiegeln ein lebhaftes Bild von den Pilotprojekten, den Zusammentreffen der Vertreterinnen und Vertreter der Partnergebiete und den Ergebnissen, die aus den Pilotprojektenhervorgegangen sind", erzählt Koautor Dr. Wolfgang Förster, Leiter der Wiener Wohnbauforschung - MA 50.

Erfolgreiche Wiener Pilotprojekte

Am Projekt "ANKER 10", das sich einem verbesserten sozialen Zusammenhalt auf den Ankerbrotgründen widmete - einem Gemeindebau mit 850 Wohnungen und rund 2.500 BewohnerInnen - war maßgeblich das Team der Gebietsbetreuung Städtische Wohnhausanlagen für den 10. Bezirk beteiligt. Ziel des Pilotprojekts war es, bestehende soziale Netzwerke zu stärken und zu unterstützen, als auch neue zu schaffen. In enger Zusammenarbeit mit sozialen und politischen Einrichtungen wurden u.a. wurde eine Vielzahl an Aktivitäten durchgeführt, bei denen die MieterInnen einbezogen und die HausbesorgerInnen und MietervertreterInnen eng mit eingebunden wurden. Dazu zählten Interviews, Workshops, Stiegenversammlungen, die Ausarbeitung von Ideen für die Nutzung von brachliegenden Hobbyräumen in der Anlage, die Förderung von Kontakten zwischen "alten" und "neuen" ÖsterreicherInnen und Konzepte für eine verbesserte Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. Verschiedene Methoden wurden angewandt, um den sozialen Zusammenhalt in der Anlage zu fördern und Konflikte zu lösen. Wolfgang Förster: "Zusammenfassend kann sagen, das durch das Pilotprojekt ,ANKER 10’ nicht nur das Miteinander in der Wohnhausanlage verbessert wurde, sondern dass dadurch auch Erkenntnisse gewonnen werden konnten, die heute ein wichtiges Know-how für die wienweite Arbeit der Gebietsbetreuungen bilden."

Das zweite Wiener Pilotprojekt "WOLKE 7" befasste sich mit der Neubelebung der wirtschaftlich heruntergekommenen Kaiserstraße im 7. Bezirk. Dabei gelang nicht nur die Neugründung des Geschäftsstraßenvereins, dessen Mitgliederzahl sich mittlerweile vervielfacht hat, sondern auch ein Stimmungswandel bei den BewohnerInnen und Geschäftsleuten im Grätzel. Anfängliche Resignation und Passivität wich einer positiven Aufbruchstimmung und der Bereitschaft, aktiv zu einer Aufwertung der Kaiserstraße beizutragen. Originelle Aktionen und Kunstprojekte, eine Homepage (www.kaiserstraße.at) und die noch engere Vernetzung mit dem Bezirk und der Gebietsbetreuung, die das Team von "WOLKE 7" unterstützte, ermöglichten die Entwicklung gemeinsame Strategien und Konzepte und führten zu Erneuerungsaktivitäten (Um- und Neubauten, Geschäftsansiedlungen). Susanne Peutl: "Auch dieses Pilotprojekt hatte eine sehr nachhaltige Wirkung. So hat sich der Geschäftsstraßenverein professionalisiert und agiert nun eigenständig. Auch Aktivitäten wie die Bespielung von leerstehenden Geschäftslokalen und Kunstevents werden weitergeführt. POSEIDON hat dafür die Initialzündung geliefert."

POSEIDON wurde im März 2007 abgeschlossen. Die Projekte in der neuen Förderperiode von INTERREG IIIC werden sich mit dem Themenschwerpunkt Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzen. Dafür laufen bereits die Vorbereitungen.

Das Buch "POSEIDON - eine internationale Reise" ist im Picus Verlag Wien (ISBN 978-3-85452-130-3) erschienen und im Buchhandel erhältlich.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) da

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Wolfgang Förster
01/4000-74 813
DI Susanne Peutl
O1/4000-88952
Christiane Daxböck
01/4000-81869

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0007