Wiener PatientInnenanwaltschaft begrüßt "Riskmanagement" des KAV

Fehlerberichtssystem CIRS ist ein Meilenstein einer verbesserten Fehlerkultur

Wien (OTS) - Die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft begrüßt die auf ORF - ON nachlesbare Initiative des Wiener Krankenanstaltenverbundes einer weiter verbesserten Fehlerkultur.

Fehler sollen natülich gerade im Spitalsbereich nicht passieren. Faktum ist aber, dass weder technische Fehler an Apparaturen noch der Faktor menschlichen Versagens völlig ausgeklammert werden können. Neue Entwicklungen bringen auch auf medizinischem Gebiet manchmal neue, bislang unbekannte Fehlerquellen, die man nach Möglichkeit schon im Voraus suchen und vermeiden sollte.

Eine Binsenweisheit besagt aber auch, dass man nachtäglich oft gescheiter ist und man aus Fehlern zumindest lernen soll. CIRS (Critical Incident Reporting System) bietet dafür gute Möglichkeiten. Abteilungsinterne Fehlermeldungen werden von speziell ausgebildeten MitarbeiterInnen analysiert und Lösungsvorschläge erarbeitet. Überdies werden auch externe Riskmanager beigezogen, die den Fehler und allfällige Lösungen zur künftigen Vermeidung des Fehlers vielleicht zusätzlich noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Auch das Intranet wird als Plattform genützt, um abteilungsübergreifend Erfahrungen auszutauschen..

"Das System, das zum Teil in den Spitälern schon läuft, wird weiter ausgebaut. Damit wächst das, was man als Meilenstein einer verbesserte Fehlerkultur bezeichnen kann, heran", so der Sprecher der PatientInnenanwaltschaft.

Fehler aufarbeiten und nicht "vergessen"

Sucht man zuerst nach Schuldigen, ist die Bereitschaft Fehler einzugestehen sehr gering. Natürlich wird man bei besonderer Fällen von Fehlleistungen auch in Zukunft nicht über rechtliche oder personelle Konsequenzen hinweg kommen. Nimmt man es aber ernst aus Fehlern lernen zu wollen, darf man nicht nach dem Grundsatz, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, ein Umfeld schaffen, in dem jeder Angst hat, einen Fehler einzugestehen. Nur dann besteht eine Chance, möglichst alle vorkommenden Fehler wirklich aufzuarbeiten, statt sie geflissentlich unter den Teppich zu kehren.

Auch PatientInnenenentschädigung gehört zur Fehlerkultur

Auch die PatientInnenenentschädigung durch Spitäler oder durch den beim PatientInnenanwalt liegenden Patientenentschädigungsfonds funktioniert ähnlich wie CIRS. Hier muss ein Fehler gar nicht sicher passiert sein. Es reicht in der Regel schon ein Zusammenhang und der Umstand, dass eine Haftung nicht eindeutig gegeben ist. "Es gibt aber noch unterschiedliche Zugänge je nach Spital, Abteilung oder Station", so die PatientInnenanwaltschaft. Während man auf der einen Station nach Konfrontationen mit PatientInnenbeschwerden peinlich berührt ist und denkbare Fehler vorerst entschieden in Abrede gestellt werden, ist man auf einer anderen Station schon bemüht, aus dem Beschwerdefall ableitbare Fehlerpotenziale rasch zu erkennen und auszuschalten (erste spitalsinterne Aufarbeitung). Angenehmer Nebeneffekt für den Patienten oder die Patientin ist, dass damit auch der Weg zu einer Entschädigung für einen erlittenen Medizinschaden rascher beschritten werden kann. Die sinkende Tendenz bei den zuerkannten Entschädigungen kann - vorausgesetzt sie hält an -bereits ein Signal dafür sein, dass auf verschiedenen Sektoren die verbesserte Fehlerkultur in Spitälern Früchte trägt. Jeder Entschädigungsfall, über den ein Beirat entscheidet, wird schließlich von der PatientInnenanwaltschaft (wo die externe Aufarbeitung erfolgt) dem Qualitätssicherungsmanagement des Spitals (zweite spitalsinterne Aufarbeitung) bekannt gegeben, um auch abteilungsübergreifende Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung ähnlicher Fehler gewährleisten zu können. (Schluss) neu

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