Baustoffproduktion in Europa durch Pläne der EU-Kommission gefährdet

WKÖ-Fachverband warnt vor exorbitanten Kosten für österreichische Baustoffindustrie bei Umsetzung der EU-Vorschläge zum Klimapaket

Wien (PWK048) - Der Fachverband der Stein- und keramischen
Industrie der Wirtschaftskammer Österreich befürchtet wegen des geplanten Klimapakets der EU-Kommission desaströse Auswirkungen für seine Unternehmen. Die Brüsseler Vorschläge könnten das mittelfristige Ende der Kalk-, Zement- und Ziegelindustrie in Österreich bedeuten. Wie Fachverbandsgeschäftsführer Carl Hennrich warnt, werde "Europa vom Standort einer Baustoffproduktion zum Handelsplatz heruntergestuft." Der Fachverband hat deshalb in einem Brief die österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner dringend ersucht, "ihre Stimme gegen die Pläne von Kommissar Stavros Dimas zu erheben."

Kritisiert wird vor allem die in Zukunft vorgesehene 100%ige Versteigerung der Emissionszertifikate. Bei einem wahrscheinlichen Preis von 35 Euro pro Zertifikat verursacht dies Kosten für die klein- und mittelbetrieblich strukturierte Baustoffproduktion in Österreich in der Höhe von jährlich 140 Mio. Euro. Nach heutigen Preisen gerechnet, entspräche das 19,5% des Umsatzes. "Dies liegt weit jenseits der Gewinnerwartungen unserer Mitgliedsfirmen", erklärt Hennrich. Außerdem fehle es an einer vernünftigen Regelung für Kleinanlagen. Sie leiden angesichts des hohen Verwaltungsaufwandes besonders unter dem Emissionshandel. Die Kommission geht sogar soweit, neue Bereiche wie Gips und Mineralwolle in den Geltungsbereich einzubeziehen.

Der Fachverband verlangt daher, dass auch in der Post-Kyoto-Periode ab 2013 die Zertifikate gratis zugeteilt werden. Weiters müsse es eine Ausnahme für Kleinanlagen bis 25.000 Tonnen CO2 vom Emissionshandel geben. In seinem Schreiben an Ferrero-Waldner bekennt sich der Fachverband zur Notwendigkeit der CO2-Reduktion. Solange aber einerseits die "europäischen Hausaufgaben Verkehr und Raumwärme" nicht gelöst seien und andererseits Europa die großen Wirtschafsblöcke nicht von seinen Plänen überzeugen könne, sei es extrem wettbewerbsverzerrend, nur die europäische Industrie an die Kandare zu nehmen. (BS)

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