Fahrschulen für Optimierung der erfolgreichen Mehrphasenausbildung

Hausherr: "Unsere ausgearbeiteten Vorschläge liegen zur Umsetzung bereit"

Wien (PWK047) - "28 Prozent Rückgang bei Unfällen mit Personenschaden in der Altersgruppe der 18-jährigen Fahranfänger. Das erfüllt uns mit Stolz, weil es ein Beweis für die hervorragende Arbeit der Fahrschulen ist, in denen der Großteil der Mehrphasenausbildung absolviert wird", stellt Ing. Norbert Hausherr, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen aus aktuellen Anlass fest.

Die vorliegende Studie, in Auftrag gegeben vom Verkehrsministerium finanziert vom Verkehrssicherheitsfond und durchgeführt vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, zeige, dass die Mehrphasenausbildung wirkt, aber trotzdem noch Verbesserungspotential besteht. Entwickelt wurde die Mehrphasenausbildung von Dr. Gregor Bartl (Institut Gute Fahrt, damals noch Kuratorium für Verkehrssicherheit), Ing. Norbert Hausherr (Fachverband Fahrschulen), Herbert Hübner (ARBÖ) und Franz Wurz (Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheit).

Zweite Perfektionsfahrt soll zum "Spritsparseminar" werden

Vor etwa einem Jahr haben interne Untersuchungen ergeben, dass die zweite Perfektionsfahrt nicht im gewünschten Maß von den Fahranfängern angenommen wird. Wahrscheinlich wird sie meist als Wiederholung der ersten Perfektionsfahrt gesehen und bietet daher zu wenig neue Informationen. Deshalb hat der Fachverband bereits im Vorjahr einen Änderungsvorschlag an das BMVIT übermittelt. Basierend auf "Modern Driving/Spritsparen", ein gemeinsam mit dem Lebensministerium entwickeltes Training für das sichere, umweltbewusste und wirtschaftliche Fahren, soll aus der zweiten Perfektionsfahrt ein Spritsparseminar werden.

Der Vorschlag des Fachverbandes für den Ablauf der zweiten Perfektionsfahrt sieht vor, dass der Fahrschüler eine vorher festgelegte Fahrtstrecke zweimal befährt. Bei beiden Fahrten wird auf Blicktechnik, defensives Fahrverhalten und die Analyse individueller Fahrfehler geachtet. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung über Spritspartipps wird bei der zweiten Fahrt die Strecke im Sinn von Modern Driving zurückgelegt. "Bei den derzeitigen Testfahrten zeigt sich, dass die zweite Fahrt nicht langsamer, der Spritverbrauch aber um 20 bis 30 Prozent geringer ist. Zusätzlich werden durch vorausschauendes Fahren Gefahrenstellen früher erkannt", ist Hausherr von den Vorteilen überzeugt.

Rechtzeitiges Absolvieren der einzelnen Module

Die Studie über die Mehrphasenausbildung zeigt leider auch, dass ein Teil der Fahranfänger die einzelnen Module der Mehrphasenausbildung verspätet absolviert. Dies könnte deutlich verbessert werden, wenn das Führerscheinregister nicht erst nach zwölf Monaten den Fahranfängern ein Erinnerungsschreiben schickt, sondern schon dann, wenn die Frist für das erste Modul versäumt wurde, also bereits nach vier Monaten.

Zwei Perfektionsfahrten auch für die Klasse A

Derzeit muss beim Erwerb der Klasse A nur ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden. Gerade beim Motorradfahren kann aber fehlende Praxis durch nichts ersetzt werden, daher würden sich zwei Perfektionsfahrten sehr positiv auf die Unfallstatistik der Motorradfahrer auswirken.

Moped: Praxisausbildung muss verbessert werden

Dem generell erfreulichen Trend der Unfallstatistik von Fahranfängern steht allerdings die Unfallstatistik der Mopedlenker entgegen. Hauptursache des Anstiegs der Unfallzahlen ist sicherlich die stark gestiegene Zahl an 15-jährigen Mopedlenkern. Eine weitere Ursache ist in der unzureichenden Ausbildung von Mopedlenkern zu suchen.

Heute werden 15-jährige Mopedlenker nach nur acht Stunden Theorie-und sechs Stunden Praxisausbildung (oft nur auf einem abgesperrten Übungsgelände) sowie ohne praktische Prüfung in den Verkehr entlassen.

"Die Grundausbildung muss verbessert und praxisgerechter werden, Fahrten im Verkehr sind zwingend vorzuschreiben und der Ausbildungslevel ist durch eine praktische Prüfung abzusichern", fordert Hausherr. Zusätzlich ist die theoretische Prüfung auf ein vernünftiges Niveau zu heben. Die Fragen seien derzeit so einfach, dass die Antworten auswendig gelernt werden können.

Vorschläge, die derzeit schon minimale Grundausbildung weiter zu reduzieren, also Mopedlenker mit noch weniger Ausbildung in den Verkehr zu schicken, lehnt Hausherr strikt ab. Viele Mopedlenker verunglücken bereits in den ersten Wochen nach Erhalt des Mopedausweises, daher käme eine zusätzliche Ausbildung in vielen Fällen zu spät.

Die Mehrphasenausbildung für die Klassen A und B ist unbestritten ein Erfolgsmodell, dies aber nur, weil ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Grundausbildung, Kontrolle (Prüfung) und zusätzlichen Modulen besteht. Versuche man jetzt, aus einer schlechten Mopedausbildung eine Alibi-Mehrphasenausbildung zu machen, schade man den Mopedlenkern und dem Image der Mehrphasenausbildung, schließt Hausherr. (hp)

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Fachverband der Fahrschulen
Mag. Gernot Reiter
Tel.: (++43) 0590 900-3161
email: gernot.reiter@wko.at
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