Schmied präsentiert mit Sozialpartnern Bildungsvorhaben: Berufsmatura ab Herbst 2008

"Bildung das beste Mittel gegen Perspektivenlosigkeit von Jugendlichen"

Wien (SK) - Bildungspolitische Vorhaben der nächsten Monate präsentierte Bildungsministerin Claudia Schmied am Dienstag mit den Spitzen der Sozialpartner, ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, AK-Präsident Herbert Tumpel, WK-Präsident Christoph Leitl und Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung. Zentrale Vorhaben sind u.a. die Berufsmatura, die schon im Herbst 2008 starten soll, das kostenlose Nachholen von Bildungsabschlüssen, Ausbau der Berufs-und Bildungsberatung und die Bildungsgarantie bis 18. "Bildung ist das beste Mittel gegen gesellschaftspolitische Probleme wie Jugendkriminalität. Menschen mit Perspektiven setzen diese nicht leichtfertig aufs Spiel", so Schmied, die die Sozialpartner als "leistungsstarke Bildungspartner" hervorhob. ****

Bildungspolitik sei "viel mehr als Schulpolitik, sondern auch Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik". Sie, so Schmied, sei sehr froh über die "tatkräftige Unterstützung der Soziapartner"; umgekehrt begrüßten die Sozialpartner-Präsidenten die "Philosophie der Ministerin für ihr Ressort" (Leitl) und lobten die "ausgezeichnete Kooperation" (Sorger) mit dem Ministerium. Schmied: "Wir müssen das Bildungssystem mit den gesellschaftlichen und internationalen Entwicklungen harmonisieren. Es gibt hier starke Beharrungskräfte, die es zu überwinden gilt. Dabei sind die Sozialpartner die wichtigsten verbündeten."

Zentrales Vorhaben der nächsten Monate ist die Umsetzung der Berufsmatura, die auch im Regierungsprogramm verankert ist; die erste Pilotphase soll schon im Herbst 2008/2009 starten. Damit wird "für leistungsstarke Jugendliche" die zeitgleiche Absolvierung von Lehre und Matura ermöglicht. Die bisherige Berufsreifeprüfung nach der Lehre wurde schon gut angenommen; rund 1.300 Personen haben diese pro Jahr absolviert. Mit der Berufsmatura soll die Durchlässigkeit zwischen Lehre und höherer Ausbildung und die Attraktivität der Lehre weiter steigen. Die Berufsmatura soll außerdem kostenlos sein.

Bildungsgarantie bis 18: Drop-out-Raten senken

Ein weiteres Projekt ist die Ausbildungsgarantie bis 18. Der Anteil der Jugendlichen ohne Schul- oder Lehrabschluss soll auf Null Prozent gebracht werden, so ÖGB-Präsident Hundstorfer. So soll die Zahl der Schulplätze an BMHS und BHS erhöht werden. Schon 2007 wurden 1.140 zusätzliche Schulplätze in drei Bundesländern geschaffen, 2008 kommen weitere 1.050 dazu. Zur Verringerung der Drop out-Raten wird es außerdem schon ab kommenden Herbst verstärkt Orientierungslehrgänge geben, um versäumten Lernstoff nachzuholen, erläuterte Hundstorfer. "Es ist wichtig, dass kein Jugendlicher ohne Abschluss zurückbleibt."

Kostenloses Nachholen von Bildungsabschlüssen

Rund 600 bis zu 2.000 Euro kostet derzeit bundesländerabhängig das Nachholen des Hauptschulabschlusses. Künftig soll das Nachholen von Bildungsabschlüssen kostenlos sein. "Wir wollen die materiellen Hemmnisse beseitigen", so AK-Präsident Herbert Tumpel. Auch die Inhalte dieser späteren Bildungsabschlüsse sollen auf die Lebenssituation von Erwachsenen abgestimmt sein, "ein Berufstätiger, der den Hauptschulabschluss nachholt, muss nicht unbedingt Turnen absolvieren", sagte Tumpel.

Berufs- und Bildungsinformation ausbauen

Das vierte wesentliche Vorhaben ist eine Offensive zum Ausbau der Berufs- und Bildungsberatung. Ein Katalog von Mindeststandards (Besuch von Bildungsmessen, Schnuppertage in Unternehmen) für die 7. und 8. Schulstufe soll ebenso erarbeitet werden wie solche Standards für die vorletzten Klassen der Oberstufe. Bis Herbst wird es dazu einen konkreten Zeitplan geben. Geplant ist außerdem ein Hochschullehrgang für eine standardisierte Ausbildung zum Bildungsberater (Counsellor). Ob Bildungs- und Berufsorientierung ein eigenes Schulfach wird, will Ministerin Schmied freilich noch prüfen. (Schluss) ah

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