Schüssel: Hermann Withalm - ein Muster an Disziplin, an Kreativität und Konsequenz

ÖVP-Klubobmann beim Hermann Withalm-Symposium im Parlament

Wien (ÖVP-PK) - Es ist ein schönes Zusammentreffen, dass wir hier Hermann Withalm an jener Stätte gedenken, wo er große Erfolge gefeiert und rhetorische Höhepunkte geliefert hat. Das sagte heute, ÖVP-Klubobmann Dr. Wolfgang Schüssel in seinen einleitenden Worten beim Hermann Withalm-Symposium, zu dem der Zweite Präsident des Nationalrats Dr. Michael Spindelegger gemeinsam mit dem Karl von Vogelsang-Institut ins Parlament geladen hatte. Die Veranstaltung hatte aufgrund des großen Andrangs vom Abgeordneten-Sprechzimmer in den Nationalratssitzungssaal verlegt werden müssen - "an die Stätte, wo Hermann Withalm brilliert hat. Das war seine politische Heimat und - neben dem Generalsekretariat - seine Bühne", so Schüssel, der unter dem damaligen Klubobmann Withalm 1968 als damals 23jähriger Klubsekretär ins Parlament kam. ****

Bezeichnend für Withalms Stil sei seine Toleranz gewesen. Er habe viele Wortmeldungen, auch abweichende, zugelassen und immer knapp und präzise agiert. Withalm sei immer sehr entscheidungsstark und schnell gewesen. Von Beginn an, als er in die Spitzenpolitik eingetreten ist, habe er immer zu den Reformern gehört. "Alles, was er machte, machte er ganz und mit einem Veränderungsanspruch", so der ÖVP-Klubobmann. Daraus könne auch heute noch jeder in der Politik eine Lehre ziehen. Bei ihm habe man zudem immer das Gefühl gehabt, sich auf ihn verlassen zu können. Den Klub habe Withalm - auch der "Eiserne Hermann" genannt - mit einer unglaublichen Disziplin geführt. Er sei ein "Muster an Disziplin, an Kreativität und Konsequenz" gewesen, erinnerte sich Schüssel.

Als Withalm 1960 Generalsekretär der ÖVP wurde, habe er als erster eine schlagkräftige Parteiorganisation aufgebaut. "Erstmals gab es ein richtiges Parteimanagement, das strategisch dachte", erinnerte Schüssel an die von Josef Klaus initiierte und von Withalm organisierte "Aktion 20". Es sei damals ein "Think Thank" entstanden, vom dem die österreichische Politik bis heute lebe. Viele, die damals als Wissenschafter mitgearbeitet hätten, seien heute noch als Experten gefragt.

1960 verlangte Withalm bereits eine umfassende Rentenreform. Damals wie heute läuteten bei der SPÖ die Alarmglocken. Withalm hatte aber bereits damals die Weitsicht, dass man zur langfristigen Sicherung der Renten etwas tun müsse. Als Finanzstaatssekretär trat er für die Idee der Volksaktie ein - die durch seine Anstrengungen zu einem Thema wurde und die vor einigen Jahren mit den großen Privatisierungen erfolgreich umgesetzt werden konnte. Auch sein Anspruch, sich nur auf wenige Themen beziehungsweise eine politische Botschaft zu fokussieren, hob Schüssel positiv hervor.

Wie auch Ludwig Reichhold in seinem Buch schrieb, war Withalm einer der wenigen Politiker der Zweiten Republik, der nicht von der Verbandmacht gehalten wurde, sondern materiell unabhängig war. Withalm verkörperte den seltenen Typus des Politikers, der auf niemanden Rücksicht zu nehmen brauchte - "außer auf sein Gewissen, seine Wertvorstellungen und die Bevölkerung", fügte Schüssel abschließend hinzu.
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