Greenpeace verhindert seit elf Tagen japanischen Walfang

Umweltaktivisten protestierten gegen illegales Tankmanöver der Walfänger im Antarktis-Schutzgebiet

Südpolarmeer/Wien (OTS) - Heute Nacht protestierten zwei Greenpeace-Aktivisten im Südpolarmeer gegen das illegale Auftanken des japanischen Walfangfabrikschiffes Nisshin Maru durch den Versorgungstanker Oriental Bluebird innerhalb des Antarktis-Schutzgebietes. Den Aktivisten gelang es, ihr siebeneinhalb Meter langes Schlauchboot zwischen die beiden 129 beziehungsweise 143 Meter langen Schiffe zu manövrieren. Die Aktivisten brachen ihren Protest erst ab, als sie sich durch das längsseitige Vertäuen beider Schiffe gefährdet sahen. Obwohl zwei Fangschiffe der Walfangflotte in mehreren Umkreisungs-Manöver versuchten, das Greenpeace-Schlauchboot von Fabrikschiff und Versorgungstanker abzudrängen, gelang es den Aktivisten, das Umladen von Kisten mit fertig abgepacktem Walfleisch auf die Oriental Bluebird zu dokumentieren.

Zudem haben die Umweltschützer derzeit ihr Ziel erreicht, den Walfang zu stoppen. Insgesamt ist der Walfang nun seit elf Tagen eingestellt. Denn das japanische Fischereiministerium verlautbarte gestern, dass derzeit keine Wale gejagt werden. Der Grund: Die Verfolgung der Walfangflotte durch das Greenpeace-Schiff Esperanza.

"Wir fordern den in Panama registrierten Tanker auf, die Versorgung der Walfangflotte einzustellen und die empfindlichen antarktischen Gewässer südlich des 60. Breitengrades sofort zu verlassen", so Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms. Zudem forderte der aus Panama stammende Aktivist Mir Rodriguez an Bord der Esperanza die Behörden seines Heimatlandes auf, die Oriental Bluebird zurückzurufen oder dem Tanker aufgrund der Umweltgefährdung die Flagge zu entziehen.

Die Gewässer rund um die Antarktis sind sowohl durch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) offiziell als "besonders empfindliches Meeresgebiet" ausgewiesen, als auch durch das Umweltprotokoll des Antarktisvertrages (MARPOL) als Naturschutzgebiet anerkannt, das "dem Frieden und der Wissenschaft" gewidmet ist. Alle Unterzeichnerstaaten, zu denen auch Japan und Panama gehören, müssen laut Abkommen alles daran setzen, jegliche Umweltgefahr für die Antarktis zu verhindern - dazu gehört auch das Betanken auf See. Weder die sechs Schiffe der Walfangflotte noch der Tanker haben sich vorher einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen, wie es das Madrid-Protokoll vorschreibt.

Seit dem Aufspüren der Fangflotte durch das Greenpeace-Schiff Esperanza am 12. Jänner hat die Nisshin Maru das Fanggebiet verlassen und befindet sich fast ununterbrochen in voller Fahrt. Dadurch kann die Walfangflotte keinen einzigen Wal erlegen. Gestern bestätigte der japanische Vize-Minister für Fischerei Toshiro Shirasu im Rahmen einer Pressekonferenz, dass der Walfang aufgrund der Anwesenheit des Greenpeace-Schiffes Esperanza derzeit eingestellt ist.

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Greenpeace CEE

Steffen Nichtenberger, Pressesprecher
Tel: 0664-612 67 03

Antje Helms, Meeresbiologin
Tel: 0664-214 89 52

Bilder aus dem Südpolarmeer sind auf www.greenpeace.at einzusehen und auf Anfrage in Printqualität erhältlich.

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