AK: Wichtige Schritte für mehr und gerechtere Bildungschancen vereinbart.

Gebührenfreies Nachholen von Bildungsabschlüssen und bessere Berufsorientierung verbessern Chancen der Jungen.

Wien (OTS) - Mit diesem Paket leiten wir einen dringend nötigen Modernisierungsschub ein, der unser Bildungssystem gerechter macht", sagt AK-Präsident Tumpel zum heute präsentierten Maßnahmenpaket zum Thema Aus- und Weiterbildung auf das sich Bildungsministerin Claudia Schmied und die Sozialpartner geeinigt haben. "Mit dem Paket werden viele langjährige Forderungen der AK umgesetzt", so Tumpel. Besonders erfreulich sei, dass das Nachholen von Abschlüssen - wie der Matura oder des Hauptschulabschlusses - künftig kostenlos möglich sein soll und sich Lehrlinge und FachschülerInnen schon während der Ausbildung auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten können. So werde das Bildungssystem durchlässiger. Außerdem werden wichtige Initiativen zur besseren Berufsorientierung in den Schulen gesetzt.

"Endlich wird auf die alarmierende Tatsache reagiert, dass 180.000 Menschen in Österreich keinen Hauptschulabschluss haben, der die Voraussetzung für jede weiter Ausbildung ist", sagt AK-Präsident Tumpel. Das Nachholen des Abschlusses wurde den Betroffen bisher schwer gemacht und ist vor allem teuer. Bis zu 2.000 Euro muss man etwa für einen Hauptschulabschlusskurs berappen. "Wie soll sich eine Hilfsarbeiterin oder ein Arbeitsloser das leisten?", kritisiert Tumpel. Umso positiver sieht er die nun erreichte Einigung der Sozialpartner mit Bildungsministerin Schmied: Künftig sollen sämtliche Abschlüsse bis zur Matura gebührenfrei nachgeholt werden können. Außerdem soll ein Modell erarbeitet werden, wie im Beruf erworbene Fähigkeiten auch formal durch Zeugnisse anerkannt werden können.

Bis Herbst 2008 soll bundesweit die "Berufsmatura" eingeführt werden. Lehrlinge und FachschülerInnen können sich dann auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten und die Teilprüfungen absolvieren. "Das sorgt für mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem", so der AK Präsident.

Damit die Entscheidung für einen Beruf weniger stark vom familiären und sozialen Hintergrund abhängt wird außerdem die Berufsorientierung in den Schulen ausgebaut. "Eltern und Jugendliche sollen bei der wichtigen Entscheidung nicht mehr allein gelassen werden", sagt Tumpel. Dazu sollen Mindeststandards für Berufsorientierungsangebote an den Schulen erarbeitet werden. "Auch die Sozialpartner werden dazu ihren Beitrag leisten". Die AK ist dabei beispielgebend und bietet bereits Fortbildungsseminare zum Thema Berufsorientierung für LehrerInnen an und unterstützt Eltern und SchülerInnen mit Bewerbungstrainings, Berufsorientierungsmessen und Elterninfoabenden.

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