Industrie: Jugendliche treffsicherer auf die Berufswelt vorbereiten

IV-Präsident Sorger: Durch Fachkräftemangel und hohe Drop-out-Raten akuter Handlungsbedarf - Neues Berufsbild des "Counselors" schaffen

Wien (OTS) - (PdI) "Die Industrie will Jugendliche treffsicherer
auf die Berufswelt vorbereiten. Daher muss die Bildungs- und Berufsinformation als 'wesentlicher Anker für Jugendliche’ zielgerichteter werden und auf eine neue Basis gestellt werden. Im Zentrum soll ein neues Berufsbild eines Bildungs- und Berufsorientierungslehrers stehen", so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute, Dienstag, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied und den Präsidenten der Sozialpartner in Wien. Der IV-Präsident plädierte für die Standardisierung der Ausbildung der Personen, die unsere Jugend auf die Bildungs- und Berufswelt vorbereiten, sie in ihrer Berufswahl anleiten und ihre Potenziale und Neigungen richtig erkennen. Die Wahl des den Fähigkeiten entsprechenden Bildungswegs entscheidet wesentlich über die Berufschancen. Dabei müsse man "von ausschließlich punktuellen Maßnahmen mit kurzfristiger Wirkung im Berufsinformationsbereich abgehen", so Sorger.

"Wir erleben gerade einen akuten Bedarf an Fachkräften, der weiter anhalten wird und nur in einem geringen Ausmaß durch Zuwanderung gelindert werden kann. Dazu kommt eine Drop-out-Rate an den Hochschulen von 40-60 Prozent. Daher besteht bei Hilfestellungen für Jugendliche bei der Bildungs- und Berufswahl akuter Handlungsbedarf", betonte der IV-Präsident. Durch das Fehlen der Treffsicherheit bei der richtigen Bildungs- und Berufswahl der Jugendlichen werde nicht nur Arbeitskräftepotenzial "unnötig vergeudet, sondern es ist dies auch eine Herausforderung für junge Persönlichkeiten", so IV-Präsident Sorger. Dies habe zwei Gründe: In der Schule hat der Bildungs- und Berufsorientierungsunterricht nach wie vor nicht jenen Stellenwert, der ihm zukommen sollte - er wird lediglich als "verbindliche Übung" in einem Ausmaß von rund einer Wochenstunde entweder fächerintegrativ oder als eigenes Fach unterrichtet. Weiters gibt es in Österreich, wie im Vergleich zu anderen europäischen Ländern - wie etwa den Niederlanden, Finnland, Dänemark oder der Schweiz - keine professionelle, standardisierte Ausbildung für Berater für Schul-, Bildungs- bzw. Berufsberatung, die das weite Feld der Bildungsinformation abdecken können.

Weiters spricht sich die Industrie für die Einführung eines verpflichtenden Faches Bildungs- und Berufsinformation in der 7. und 8. Schulstufe - auch in der AHS - und in den vorletzten Klassen der Oberstufenschulen aus. Eine für alle Jugendlichen verbindliche und verpflichtende allgemeine Bildungs- und Berufsinformation werde der Jugend, den Betrieben und der Volkswirtschaft einen bedeutenden Vorteil verschaffen. "Die Jugend kann früher und gezielter ihre Entscheidungen treffen", Sorger abschließend.

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