ÖVP Wien fordert Präventionsoffensive der Stadt gegen Jugendkriminalität

Wien (VP-Klub) - Vor rund 1,5 Jahren kündigte Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl eine Präventionsoffensive gegen Gewalt an. Die ÖVP hat diese Idee und das Engagement der Wiener Polizei sehr begrüßt. Seither ist es allerdings still geworden. Weitere Maßnahmen sind nicht bekannt. "Wenn man die aktuelle Entwicklung im Jugendbereich ansieht, dann bleibt für die Stadt Wien und den Stadtschulrat vor allem im Präventivbereich noch viel zu tun. Die Stimmung und die Situation an den Wiener Schulen wird zunehmend aggressiver - nur die Wiener Stadtregierung, allen voran Bürgermeister Häupl, ignoriert oder leugnet das Problem, statt sofort zu handeln", kritisiert der Klubobmann der ÖVP Wien, LAbg. Matthias Tschirf, in einer heutigen Pressekonferenz.

Frühe Prävention - Die "Elternschule"

Jugendkriminalität ist immer ein Akt von Gewalt. Gewalt entsteht meist schon in der Familie. Dort muss zeitgerecht und früh genug angesetzt werden. Wien braucht daher eine verbesserte Familien- und Erziehungsberatung. "Die Beratung und gegebenenfalls die Betreuung muss schon im Kindergarten beginnen. Die Stadt Wien darf junge Eltern mit ihren Problemen nicht alleine lassen", so Tschirf. Sinnvoll wäre unter anderem die Schaffung einer Art "Elternschule", die Beratung in familiären und erzieherischen Angelegenheiten anbietet.

Sozialarbeiter an jeder Schule gefordert

Beratung und Betreuung ist Aufgabe der Jugendwohlfahrt, das gilt auch für die Schule. Daher sollte jeder Wiener Schule ein/e Sozialarbeiter/in zugeteilt werden. Diese fixe Anlaufstelle vor Ort muss sich rasch vor allem dramatischer Erziehungs- oder Gewaltprobleme annehmen. Neben der ersten Beratungstätigkeit muss er/sie gegebenenfalls auch aktiv im Privatbereich des Schülers einschreiten - diese Möglichkeit hat die Schule nicht. "Die dafür erforderlichen personellen Ressourcen müssen von der Stadt Wien bereitgestellt werden. Das, was derzeit an Personal verfügbar ist, ist bei weitem nicht ausreichend", betont der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates Walter Strobl. Einerseits solle so die Schule bzw. die Lehrer/innen entlastet, andererseits die Präventionsarbeit professionalisiert werden. In Nordrhein Westfahlen gebe es ein entsprechendes Modell mit speziell für Jugendarbeit geschulten Sozialarbeitern, das ausgezeichnet funktioniere, so Strobl.

Jugendwohlfahrt - Neue Instrumente für neue Probleme

Die jetzt öffentlich werdenden Probleme im Bereich der Jugendwohlfahrt und die zunehmende Jugendkriminalität sind das Ergebnis einer verkrusteten Bildungs- und Jugendpolitik der SPÖ. "Die Wiener Stadtregierung muss die Jugendwohlfahrt in Wien rasch ausbauen, statt ständig ausgerechnet in diesem so wichtigen Bereich den Sparstift anzusetzen", fordert Strobl.

Die Kooperation des Jugendamtes mit den Schulen funktioniere nicht optimal. Derzeit sind die bestehenden Einrichtungen heillos überlastet, es gibt zu wenig Personal. Dem Jugendamt stehen vor allem zu wenige Sozialarbeiter/innen zur Verfügung, weshalb diese meist nur bei besonders aggressiven oder dringenden Fällen einschreiten können. "Von einer beratenden oder gar präventiven Arbeit kann keine Rede mehr sein. Ein entsprechender Ausbau der Jugendwohlfahrt ist im Sinne einer modernen Schulsozialarbeit nicht zu umgehen", betont Strobl abschließend.

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