AK: Pensionskassenberechtigte müssen raus aus der Geiselhaft der Börse

Es muss wieder eine faire Mindestverzinsung geben, zeigen die aktuelle Kürzungen

Wien (OTS) - "Die Pensionskassenberechtigten müssen heraus aus der Geiselhaft der Börsenspekulanten", sagt AK Direktor Werner Muhm. "Bereits zwischen 2000 und 2002 führten Kursverluste an den Börsen und unrealistische Rechnungszinsen zu Kürzungen bei den Auszahlungen, jetzt ist das wieder so", kritisiert der AK Direktor nach dem von den Pensionskassen berichteten mageren Veranlagungsergebnis von nur 2 Prozent: "Die Pensionskassen sind unterwegs zu reinen Investment-fonds, bei denen die Kunden das ganze Risiko tragen". Für Muhm zeigt das, dass Pensionen über verzinste Zahlungen einzelner und ihrer Firmen nie das Umlagesystem ersetzen können, über das die staatliche Pension finanziert wird. Und es müsse sichergestellt werden, dass die Pensionskassen wieder das stabile Instrument der Altersvorsorge werden, als das sie ursprünglich geplant waren. Wichtig sei vor allem wieder eine von den Börsenkursen unabhängige faire Mindestverzinsung zu einem fairen Preis, die von der letzten Regierung auf Druck der Pensions-kassen abgeschafft wurde. Gelinge es nicht, hier mehr Sicherheit zu schaffen, müssen Pensionskassenberechtigte im Unterschied zur derzeitigen Regelung das Recht bekommen, ihr Geld in ein anderes Vorsorgesystem zu übertragen, zum Bei-spiel in eine eigene Lebensversicherung.

Das magere Veranlagungsergebnis der Pensionskassen von zwei Prozent wird praktisch noch niedriger sein, sagt Muhm. Abzüglich der Kosten und der versicherungstechnischen Verluste wird der Ertrag jedenfalls mehr oder minder deutlich unter den Rechnungszinsen liegen. Muhm: "Die meisten Pensionisten werden keine oder nur eine sehr geringe Pensionserhöhung erhalten, und es wurde ja auch schon berichtet, dass es in zahlreichen Fällen auch Pensionskürzungen gibt."

"Im Unterschied zum Umlagesystem bei der staatlichen Pension sind die Pensionskassenberechtigten der Situation auf dem Aktienmarkt ausgeliefert", sagt Muhm. Nötig ist mehr Sicherheit für die Pensionskassenberechtigten, jedenfalls brauchen sie wieder eine faire Mindestverzinsung zu einem fairen Preis. Sonst sind weitere Kürzungen zu befürchten. Muhm: "Die Situation auf dem Aktienmarkt ist äußerst kritisch. Und auch wenn die Anleiherenditen durch sinkende Zinsen steigen, wird das zu erwartende Aktenergebnis wieder gedämpft."

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