Ein Sippenbuch für Schröcken

Familien der Walsergemeinde über 400 Jahre hinweg erforscht

Bregenz (VLK) - Nach Lustenau verfügt nun auch Schröcken über ein weitgehend lückenloses Sippenbuch. Hans Matschek ist es gelungen, die Einwohner der kleinen Walsergemeinde am Tannberg von 1490 bis 1906 genau zu erfassen und Familien zuzuordnen, obwohl um 1800 noch rund drei Viertel der Bewohner Jochum hießen. Das Buch wurde kürzlich als Band 10 der Reihe "Quellen zur Geschichte Vorarlbergs" des Vorarlberger Landesarchivs veröffentlicht und ist im Buchhandel erhältlich.

Genealogische Nachforschungen beschränken sich meist auf die Vor-oder Nachfahren einer bestimmten Person, sie bieten daher nur einen schmalen, vom familiengeschichtlichen Zufall bestimmten Bestand an Informationen. Für sozialgeschichtliche Untersuchungen wird jedoch eine breitere, nach Möglichkeit einen ganzen Siedlungsverband dokumentierende Datenbasis benötigt. Bislang wurde in Vorarlberg jedoch nur die Bevölkerung von Lustenau in Form eines Sippenbuchs erfasst. Bereits dieses Beispiel machte freilich die enorme Aussagekraft solcher Zusammenstellungen - weit über demographische Fragen hinaus - deutlich. Außerdem konnten wichtige methodische Erfahrungen gewonnen werden. Insbesondere erwies sich, dass die Pfarrmatriken (Tauf-, Ehe- und Sterbebücher) als Quellen nicht ausreichen, sondern dass, um Sicherheit zu gewinnen, weitere Informationen in akribischer Kleinarbeit ausgewertet und kombiniert werden müssen.

Für Schröcken unterzog sich nunmehr Hans Matschek - zunächst auf der Spur der Jochum-Sippe - dankenswerterweise dieser Mühe. Damit steht der Forschung die mit großer Sorgfalt erstellte genealogische "Kartierung" einer durch Walserzuwanderung entstandenen Berggemeinde zur Verfügung, deren besondere Strukturen nicht zuletzt von ihrer Lage in mehr als 1.200 Meter Seehöhe am Fuß des Hochtannbergpasses geprägt sind.

"Genealogischer Nachmittag"

Für Freitag, 17. Oktober 2008 plant das Landesarchiv einen "genealogischen Nachmittag", bei dem Hans Matschek in Form eines Werkstattberichts erklären wird, wie es gelingen kann, eine ganze Gemeinde über einen so langen Zeitraum zu erfassen und die einzelnen Personen Familien zuzuordnen, auch wenn die Kirchenbücher dazu nur wenig oder keine Auskunft bieten.

Hans Matschek: Sippenbuch von Schröcken 1490-1906. Roderer Verlag, Regensburg 2007; ISBN 978-3-89783-612-9; 218 Seiten, 26 Euro. Weitere Informationen: www.landesarchiv.at.

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