"profil": Küberl: "Betrug und Missbrauch"

Caritas-Österreich-Präsident Franz Küberl kritisiert die österreichische Politik in ungewohnter Schärfe. Anlass: die Tsunami-Hilfe

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" geht Franz Küberl, der Präsident der Caritas Österreich, ungewöhnlich hart mit der österreichischen Regierung ins Gericht. "Ich muss ehrlich sagen, dass es wenige Dinge gibt, die mich in meiner Erfahrung mit Politik mehr wütend gemacht haben", so Küberls Kommentar zu der Tatsache, dass nur 8,9 Millionen Euro von ursprünglich versprochenen 34 Millionen Euro Tsunami-Hilfe der Regierung bei den Betroffenen angekommen sind.

Wenn somit weniger als ein Drittel der zugesagten Hilfe geleistet werde und "ein beträchtlicher Teil des Geldes dafür ausgegeben wird, dass Minister und Regierungsbeauftragte mit Medienvertretern stolz zur Eröffnung von Projekten reisen, die mit Spendenmitteln von Privatpersonen finanziert und von Hilfsorganisationen aufgebaut wurden", dann, so Küberl, halte er dies für "einen Betrug an den Menschen, die Hilfe brauchen, und einen Missbrauch der Menschen, die Hilfe leisten, zu obskurer Regierungsprofilierung".

Als Ausgleich für den "angerichteten Vertrauensbruch" erwartet der Caritas-Chef unter anderem eine steuerliche Absetzbarkeit von Spenden, die "endlich von den Sonntagspredigten des Finanzministers in die Montagsarbeit des Finanzamtes einwandern" sollte, darüber hinaus einen fix dotierten Auslandskatastrophenfonds im Außenministerium.

Zum Fall Arigona meint Küberl im "profil"-Interview, dass "nicht der Innenminister, sondern die Landeshauptleute" entscheiden sollten, die ja für Einbürgerungen zuständig seien. "Angestrengtes Schielen auf Meinungsumfragen" solle den Blick auf eine humane Zukunft nicht verstellen.

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