Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Warum gleich das Wahlrecht ändern? (von Gabi Russwurm)

Ausgabe 18. Jänner 2008

Klagenfurt (OTS) - Die Österreicher sind nicht zufrieden mit ihrer herbeigewählten Großen Koalition. Das bestätigen zahlreiche Meinungsumfragen. Manch ein Politiker sieht nun plötzlich in der Einführung des Mehrheitswahlrechts die Möglichkeit, in der Zukunft solche Zwangs- und Zweckgemeinschaften zu verhindern. Das derzeit gültige Verhältniswahlrecht in Österreich ist zwar nicht ganz einfach zu durchschauen und kompliziert zu berechnen, hat aber eine gute Tradition und erhält der kleinen Republik eines: die Vielfalt der Parteienlandschaft im Parlament.
Die Einführung des Mehrheitswahlrechts würde mehr als die Hälfte davon einfach nicht mehr widerspiegeln. Besonders bitter wäre die Auswirkung übrigens für die zweitstärkste Partei, derzeit also für die ÖVP. Mehr als die Hälfte der Abgeordneten müsste den Platz im Parlament für die stärkste Partei, derzeit die SPÖ, frei machen. Die Grünen und die FPÖ würden vier bis fünf Mandate verlieren, das BZÖ "nur" eines. Warum soll man da das Wahlrecht ändern?"

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001