"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Die Suppe ist noch dünn"

Es wird sich erst zeigen,ob das Menü der ÖVP Hauben verdient.

Wien (OTS) - Er wolle sich fortan verstärkt der Partei widmen, kündigte Wilhelm Molterer kürzlich an. Das tut not. Begeisterung von der Basis schlägt ihm nach wie vor keine entgegen. Die Funktionäre mit Reisfleisch einzukochen, wie er das gestern Abend in Gmunden getan hat, wird daran nichts ändern. Er muss endlich zeigen, wer Chef in der schwarzen Küche ist.
Rezepte, wie es inhaltlich weitergehen soll, hat ihm Josef Pröll vergangenen Oktober geliefert. Nach diesen zubereitet wurde noch nicht viel. Die Suppe, in die Wolfgang Schüssel immer wieder spuckt, ist noch dünn. Was der ÖVP nicht vorzuwerfen ist. Das opulente Menü an Ideen ist nicht innerhalb kurzer Zeit servierfertig.
Erst in ein paar Monaten wird zu bewerten sein, ob die Partei eine oder gar mehrere Hauben verdient. Oder ob sie nach der verlorenen Wahl bloß Fast Food gereicht hat, um zu signalisieren, sie habe daraus gelernt, wolle offener werden. Einige neue Gerichte -Stichwort Homosexuelle - sind ja nicht nach dem Gusto vieler Schwarzer. Es liegt an der ÖVP-Spitze, sie schmackhaft zu machen. Mit der Ausrede, der Koalitionspartner verderbe den Brei, brauchen Molterer und Pröll jedenfalls nicht kommen. Die Roten haben bisher fast alles geschluckt, was ihnen die Schwarzen kredenzt haben.

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