Rudas: Hoffnungslosigkeit bekämpfen, um Jugendkriminalität zu verhindern

Cap und Rudas präsentieren SPÖ-Erfolgsliste in der Kinder- und Jugendpolitik

Wien (SK) - Die SPÖ-geführte Regierung könne nach einem Jahr schon auf eine lange Liste an Erfolgen in der Kinder- und Jugendpolitik vorweisen, erklärten SPÖ-Klubobmann Josef Cap und SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Laura Rudas am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Wahlaltersenkung, die Einrichtung der Demokratiewerkstatt, den Bildungsschwerpunkt mit mehr LehrerInnen, Senkung der Klassenschülerhöchstzahl, mehr Geld für die Jugendbeschäftigung, Reform der Lehrlingsförderung und die Umsetzung der Ausbildungsgarantie führte Cap als Erfolge an. Zur laufenden Debatte über die gestiegene Jugendkriminalität forderte Laura Rudas, statt höheren Strafen präventive Maßnahmen zu setzen. "Kriminell werden die, bei denen Hoffnungslosigkeit herrscht, die das Gefühl haben, sie können nichts verlieren", so Rudas.

"Nicht über Jugendliche reden, sondern mit ihnen", skizzierte Laura Rudas ihr Verständnis über ihre Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen. "Meine Aufgabe ist es, die Sichtweise der Kinder- und Jugendlichen in den Vordergrund zu stellen, das Politikinteresse zu stärken, zu steigern und Kinder und Jugendliche noch mehr einzubinden und konkrete Verbesserungen für sie zu erreichen." Für den Bereich der Jugendbeschäftigung forderte Rudas, die Lehre attraktiver zu machen und das Schulsystem durchlässiger in Richtung "Lehre mit Matura". Rudas setze sich auch gegen die unterschiedliche Entlohnung von Mädchen und Burschen ein.

Rudas schließt sich der Forderung der Österreichischen Gewerkschaftsjugend nach einer Übernahme von Internatskosten für Lehrlinge an. Es könne nicht sein, dass ein Lehrling, der "gerade mal über die Runden komme mit seiner Lehrlingsentschädigung, auch noch für die Internatskosten aufkommt".

"Jugendliche haben das Recht, selbstbestimmt zu leben. Jeder Jugendliche hat das Recht, die Ausbildung zu machen, die ihn interessiert und die er machen möchte", so Rudas, darauf werde zunehmend vergessen. Dies sei ein falscher Trend, den sie bekämpfen werde. Zur "Generation Praktikum" machte Rudas auf die fehlenden Daten und Zahlen aufmerksam, dies sei aus einer parlamentarischen Anfrage, die sie an Wirtschaftsminister Bartenstein gestellt habe, bekannt. "Ein derartiges Phänomen könne nur bekämpft werden, wenn es Zahlen, Daten und Fakten dazu gibt", so Rudas.

In den letzten Jahren der rechtskonservativen Regierung wurde den Jugendlichen ein falscher Gedanke, ein "Entsolidarisierungsgedanke" mitgegeben. Jeder sollte selber schauen, wie er weiterkomme, man müsse "nur stark sein", wurde den Jugendlichen fälschlicherweise eingeredet. "Wir müssen die Solidarität wieder stärken", forderte die SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin.

Rudas betonte die gute Zusammenarbeit im Jugendbereich mit allen Parteien im Parlament. So gebe es Übereinstimmung mit der jungen ÖVP, dass die Familienbeihilfe an 18jährige direkt ausbezahlt werden solle und zur Novellierung des Jugendwohlfahrtsgesetzes sei sie in Gesprächen mit der zuständigen Ministerin. Offene Forderungen der SPÖ seien noch die Verankerung der Kinder- und Jugendrechte und der Jugendverträglichkeitsprüfung in der Verfassung.

Höhere Strafen bringen nichts

Zur gerade laufenden Diskussion über gestiegene Jugendkriminalität stellte Rudas klar, dass die Anzeigen im vergangenen Jahr zwar gestiegen seien, aber die Verurteilungen nicht zugenommen hätten. "Ich glaube, höhere Strafen bringen gar nichts, sondern man muss präventive Maßnahmen setzen. Das heißt, erstens Jugendlichen Ausbildung und Arbeit geben. Denn jene Jugendliche, die ein erfülltes Leben haben und denen es gut geht, sind nicht jene, die kriminell werden. Kriminell werden die, wo Hoffnungslosigkeit herrscht, die das Gefühl haben, sie können nichts verlieren", so Rudas.

Ein zweiter Ansatzpunkt müsse es sein, Gewalt frühzeitig zu erkennen und damit umzugehen. Dabei seien besonders jene gefragt, die mit Jugendlichen zu tun haben. "Das heißt, die Warnsignale von Gewalt rechtzeitig erkennen, bevor es zum Auslöser kommt", erklärte die SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin. Deshalb sei es auch sehr wichtig, dass der Jugendgerichtshof wieder installiert werde, so Rudas abschließend. (Schluss) sl

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