Österreichs Agrarexporte überschritten 2007 erstmals 7-Mrd.-Euro-Grenze

Heuer wieder überdurchschnittliche Exporte nach Deutschland erwartet

Berlin (AIZ) - Die gesamten Exporte von Agrar- und Ernährungsgütern aus Österreich legten 2007 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 5,4% zu und konnten erstmals die 7-Mrd.-Euro-Grenze überschreiten. Die Ausfuhren Österreichs in die alten EU-15-Staaten wuchsen um 6,5%, während diejenigen in die neuen zwölf EU-Länder ein stattliches Plus von 14,9% verzeichneten. Die wichtigsten Agrar-Exportländer Österreichs sind Deutschland, Italien und die Vereinigten Staaten. Als starker Wachstumsmarkt erweist sich aber insbesondere Slowenien, das bereits den vierten Platz im Exportranking Österreichs einnimmt. Weiters schlägt der Export nach Deutschland mit einem Plus von 7,8% zu Buche, wie der Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, heute anlässlich der Grünen Woche in Berlin anhand von Hochrechnungen der Statistik Austria über die ersten drei Quartale mitteilte. Die bedeutendsten Warengruppen für den Export in die Bundesrepublik sind Fleischzubereitungen sowie Milch und Milchprodukte - ganz besonders Käse. Zudem beflügelte die gute österreichische Ernte bei Obst und Gemüse auch das diesbezügliche Ausfuhrgeschäft.

Milchprodukte und Fleischzubereitungen im Ausland beliebt

Allein seit 2005 hat Österreichs Agrarexport um EUR 1 Mrd. zugelegt und hält jetzt bei über EUR 7 Mrd. Obwohl mit der Bilanz von 2006 für viele bereits der Plafond erreicht schien, legte der Export 2007 noch um weitere 5,4% zu. Gleichzeitig stieg aber auch der Import um beachtliche 7,1% auf einen Wert von EUR 7,2 Mrd. Österreich wird somit immer mehr als ernst zu nehmender Handelspartner entdeckt.

Der erfolgreichste Bereich 2007 war das Segment Milch und Milchprodukte inklusive Käse mit einem Plus von 11,5% auf einen Exportwert von über EUR 879 Mio. Käse alleine betrachtet hat, gemessen an den Vorjahren, von sehr hohem Niveau ausgehend, einen weiteren überdurchschnittlichen Sprung um 4% auf einen Exportwert von knapp EUR 331 Mio. gemacht. Beachtlich gestaltet sich auch die Exportkurve für Fleischzubereitungen. Hinter dem Zuwachserfolg von 9,5% auf über EUR 234 Mio. stehen insbesondere gebratene Würste und sonstige innovative heimische Wurstspezialitäten, die im Ausland zunehmend beliebter werden. Während Österreich beim Käse eher mit fein-milden Sorten punkte, seien im Wurstbereich vor allem die würzigen Produkte gefragt. Die "Bergsteiger" beispielsweise sei so etwas wie die "fleischliche Mannerschnitte", meinte Mikinovic.

Exporte nach Deutschland stiegen überdurchschnittlich um 7,8%

Der Zuwachs der Exporte nach Deutschland liegt mit 7,8% deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt. Mehr als EUR 2,2 Mrd. flossen 2007 für Lebensmittel von der Bundesrepublik nach Österreich. Im Gegensatz dazu importierten unsere Landsleute Ernährungsgüter im Wert von EUR 2,85 Mrd. aus dem großen Nachbarland, was einem Plus von 5,8% entspricht.

Deutsche lieben österreichisches Rindfleisch und Würste

Die klassischen Edelteile wie Lungenbraten, Beiried oder Rostbraten beziehen die deutschen Konsumenten - auch wegen des geringeren Preises und der leichteren Verfügbarkeit - eher aus dem eigenen Land. Die Gustostücke aber werden gerne aus unserem Land bezogen. Österreichisches Rindfleisch hat einen exzellenten Ruf und besitzt auch in Deutschland höchstes Vertrauen, was sich in einem 10,9%igen Wachstum des Exportwertes auf knapp EUR 36,4 Mio. widerspiegelt. Die Importe aus Deutschland betragen in diesem Bereich lediglich rund EUR 30,2 Mio. Die BSE-Krise von 2002 ist zwar schon lange vergessen, trotzdem wirken die guten Erfahrungen mit Österreich aus dieser Zeit noch nach. Seit damals hat sich der Rindfleischexport nach Deutschland verfünffacht. Doch auch Würste und Wurstwaren sind ungebrochen beliebt und überflügeln den Import in diesem Bereich bei Weitem.

Gute Geschäfte mit österreichischem Obst und Gemüse

Ein Plus von 18,8% bei Gemüse auf rund EUR 34,9 Mio. und fast 13% Zuwachs auf EUR 57,2 Mio. bei Obst katapultieren in diesem Bereich den Export nach Deutschland auf ein Rekordniveau. Aufgrund der Verfügbarkeit in Österreich und der Ernteausfälle in anderen Ländern konnten in diesem Segment so starke Wachstumsraten erzielt werden. Nichtsdestotrotz importiert Österreich aus Deutschland noch immer mehr als doppelt so viel Gemüse, als es dorthin exportiert. Bei Obst liefert Österreich im Gegenzug mehr.

Österreich ist Milch- und Käsekaiser in Deutschland

Österreichische Milch und Milchprodukte haben in Deutschland eine lange Tradition. Ausfuhren in die BRD im Wert von EUR 407 Mio. stehen in diesem Segment Einfuhren über lediglich EUR 273 Mio. gegenüber. Rund 20% des gesamten Lebensmittel-Exportvolumens nach Deutschland gehen in diesen Bereich. Besondere Gewinner in dieser Kategorie waren 2007 Molke, Rohmilch, Butter und natürlich Käse. Letzter hat wie immer einen besonderen Stellenwert. Die Käseexporte konnten wertmäßig weiter um 5,9% auf EUR 158 Mio. gesteigert werden. Damit wurde die beachtliche Jahresmenge von insgesamt knapp 37.800 t am deutschen Markt abgesetzt. Das entspricht 55% der gesamten österreichischen Ausfuhren in die EU-15-Staaten. Erfreulich ist auch, dass der Preis bei Käse pro kg im Deutschlandexport weiter nach oben gegangen ist und nun bei EUR 4,19 liegt. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass die deutschen Konsumenten weiterhin bereit sind, auch höherpreisige Käse-Schmankerln aus der Alpenrepublik einzukaufen. Österreich muss sich dabei jedoch starker Konkurrenz aus Holland, Frankreich, Dänemark, Italien und der Schweiz stellen.

EU-12: Slowenien schlägt fast alle Rekorde

Das Wachstum des agrarischen Außenhandels in die neuen zwölf EU-Länder - also inklusive Rumänien und Bulgarien - beträgt satte 14,9%. Insbesondere das Nachbarland Slowenien sticht dabei heraus, wie Mikinovic betonte. Dieses kleine Land befindet sich nach Deutschland, Italien und den Vereinigten Staaten bereits auf Platz 4 im österreichischen Exportranking. Slowenien importierte im Jahr 2007 um über 40% mehr aus Österreich als im Jahr 2006. Besonders erfolgreich sind dabei die Segmente zubereitetes Fleisch (+176%), Gemüse (+164%), Obst (+154%), Milch und Milchprodukte (+78%) sowie Käse (+92%). Im statistischen Durchschnitt gab ein Slowene im Vorjahr pro Kopf etwa EUR 119,- für österreichische Produkte aus. Im Vergleich dazu waren es bei den Deutschen etwa EUR 27,-.

"Österreichische Agrarprodukte spielen am europäischen Markt definitiv in der Oberliga mit. Schlagkräftiges Marketing und ungebrochene Innovationskraft beflügeln zu neuen Erfolgen. Die Ehrlichkeit der heimischen Lebensmittel und die Natürlichkeit der Rohstoffe stärken das Vertrauen und die Genussbereitschaft der Konsumenten in aller Welt. Regionalität geht vor Globalität, feiner Geschmack vor Einheitsbrei. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Davon profitieren alle, sowohl Produzenten wie Konsumenten, aber auch Umwelt und Wirtschaft", zeigte sich Mikinovic über Österreichs agrarische Exporterfolge erfreut.
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