• 17.01.2008, 13:16:52
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Österreichs Agrarexporte überschritten 2007 erstmals 7-Mrd.-Euro-Grenze

Heuer wieder überdurchschnittliche Exporte nach Deutschland erwartet

Berlin (AIZ) - Die gesamten Exporte von Agrar- und
Ernährungsgütern aus Österreich legten 2007 im Vergleich zum Vorjahr
um weitere 5,4% zu und konnten erstmals die 7-Mrd.-Euro-Grenze
überschreiten. Die Ausfuhren Österreichs in die alten EU-15-Staaten
wuchsen um 6,5%, während diejenigen in die neuen zwölf EU-Länder ein
stattliches Plus von 14,9% verzeichneten. Die wichtigsten
Agrar-Exportländer Österreichs sind Deutschland, Italien und die
Vereinigten Staaten. Als starker Wachstumsmarkt erweist sich aber
insbesondere Slowenien, das bereits den vierten Platz im
Exportranking Österreichs einnimmt. Weiters schlägt der Export nach
Deutschland mit einem Plus von 7,8% zu Buche, wie der Geschäftsführer
der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, heute anlässlich der Grünen
Woche in Berlin anhand von Hochrechnungen der Statistik Austria über
die ersten drei Quartale mitteilte. Die bedeutendsten Warengruppen
für den Export in die Bundesrepublik sind Fleischzubereitungen sowie
Milch und Milchprodukte - ganz besonders Käse. Zudem beflügelte die
gute österreichische Ernte bei Obst und Gemüse auch das
diesbezügliche Ausfuhrgeschäft.

Milchprodukte und Fleischzubereitungen im Ausland beliebt

Allein seit 2005 hat Österreichs Agrarexport um EUR 1 Mrd.
zugelegt und hält jetzt bei über EUR 7 Mrd. Obwohl mit der Bilanz von
2006 für viele bereits der Plafond erreicht schien, legte der Export
2007 noch um weitere 5,4% zu. Gleichzeitig stieg aber auch der Import
um beachtliche 7,1% auf einen Wert von EUR 7,2 Mrd. Österreich wird
somit immer mehr als ernst zu nehmender Handelspartner entdeckt.

Der erfolgreichste Bereich 2007 war das Segment Milch und
Milchprodukte inklusive Käse mit einem Plus von 11,5% auf einen
Exportwert von über EUR 879 Mio. Käse alleine betrachtet hat,
gemessen an den Vorjahren, von sehr hohem Niveau ausgehend, einen
weiteren überdurchschnittlichen Sprung um 4% auf einen Exportwert von
knapp EUR 331 Mio. gemacht. Beachtlich gestaltet sich auch die
Exportkurve für Fleischzubereitungen. Hinter dem Zuwachserfolg von
9,5% auf über EUR 234 Mio. stehen insbesondere gebratene Würste und
sonstige innovative heimische Wurstspezialitäten, die im Ausland
zunehmend beliebter werden. Während Österreich beim Käse eher mit
fein-milden Sorten punkte, seien im Wurstbereich vor allem die
würzigen Produkte gefragt. Die "Bergsteiger" beispielsweise sei so
etwas wie die "fleischliche Mannerschnitte", meinte Mikinovic.

Exporte nach Deutschland stiegen überdurchschnittlich um 7,8%

Der Zuwachs der Exporte nach Deutschland liegt mit 7,8% deutlich
über dem allgemeinen Durchschnitt. Mehr als EUR 2,2 Mrd. flossen 2007
für Lebensmittel von der Bundesrepublik nach Österreich. Im Gegensatz
dazu importierten unsere Landsleute Ernährungsgüter im Wert von EUR
2,85 Mrd. aus dem großen Nachbarland, was einem Plus von 5,8%
entspricht.

Deutsche lieben österreichisches Rindfleisch und Würste

Die klassischen Edelteile wie Lungenbraten, Beiried oder
Rostbraten beziehen die deutschen Konsumenten - auch wegen des
geringeren Preises und der leichteren Verfügbarkeit - eher aus dem
eigenen Land. Die Gustostücke aber werden gerne aus unserem Land
bezogen. Österreichisches Rindfleisch hat einen exzellenten Ruf und
besitzt auch in Deutschland höchstes Vertrauen, was sich in einem
10,9%igen Wachstum des Exportwertes auf knapp EUR 36,4 Mio.
widerspiegelt. Die Importe aus Deutschland betragen in diesem Bereich
lediglich rund EUR 30,2 Mio. Die BSE-Krise von 2002 ist zwar schon
lange vergessen, trotzdem wirken die guten Erfahrungen mit Österreich
aus dieser Zeit noch nach. Seit damals hat sich der Rindfleischexport
nach Deutschland verfünffacht. Doch auch Würste und Wurstwaren sind
ungebrochen beliebt und überflügeln den Import in diesem Bereich bei
Weitem.

Gute Geschäfte mit österreichischem Obst und Gemüse

Ein Plus von 18,8% bei Gemüse auf rund EUR 34,9 Mio. und fast 13%
Zuwachs auf EUR 57,2 Mio. bei Obst katapultieren in diesem Bereich
den Export nach Deutschland auf ein Rekordniveau. Aufgrund der
Verfügbarkeit in Österreich und der Ernteausfälle in anderen Ländern
konnten in diesem Segment so starke Wachstumsraten erzielt werden.
Nichtsdestotrotz importiert Österreich aus Deutschland noch immer
mehr als doppelt so viel Gemüse, als es dorthin exportiert. Bei Obst
liefert Österreich im Gegenzug mehr.

Österreich ist Milch- und Käsekaiser in Deutschland

Österreichische Milch und Milchprodukte haben in Deutschland eine
lange Tradition. Ausfuhren in die BRD im Wert von EUR 407 Mio. stehen
in diesem Segment Einfuhren über lediglich EUR 273 Mio. gegenüber.
Rund 20% des gesamten Lebensmittel-Exportvolumens nach Deutschland
gehen in diesen Bereich. Besondere Gewinner in dieser Kategorie waren
2007 Molke, Rohmilch, Butter und natürlich Käse. Letzter hat wie
immer einen besonderen Stellenwert. Die Käseexporte konnten wertmäßig
weiter um 5,9% auf EUR 158 Mio. gesteigert werden. Damit wurde die
beachtliche Jahresmenge von insgesamt knapp 37.800 t am deutschen
Markt abgesetzt. Das entspricht 55% der gesamten österreichischen
Ausfuhren in die EU-15-Staaten. Erfreulich ist auch, dass der Preis
bei Käse pro kg im Deutschlandexport weiter nach oben gegangen ist
und nun bei EUR 4,19 liegt. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass die
deutschen Konsumenten weiterhin bereit sind, auch höherpreisige
Käse-Schmankerln aus der Alpenrepublik einzukaufen. Österreich muss
sich dabei jedoch starker Konkurrenz aus Holland, Frankreich,
Dänemark, Italien und der Schweiz stellen.

EU-12: Slowenien schlägt fast alle Rekorde

Das Wachstum des agrarischen Außenhandels in die neuen zwölf
EU-Länder - also inklusive Rumänien und Bulgarien - beträgt satte
14,9%. Insbesondere das Nachbarland Slowenien sticht dabei heraus,
wie Mikinovic betonte. Dieses kleine Land befindet sich nach
Deutschland, Italien und den Vereinigten Staaten bereits auf Platz 4
im österreichischen Exportranking. Slowenien importierte im Jahr 2007
um über 40% mehr aus Österreich als im Jahr 2006. Besonders
erfolgreich sind dabei die Segmente zubereitetes Fleisch (+176%),
Gemüse (+164%), Obst (+154%), Milch und Milchprodukte (+78%) sowie
Käse (+92%). Im statistischen Durchschnitt gab ein Slowene im Vorjahr
pro Kopf etwa EUR 119,- für österreichische Produkte aus. Im
Vergleich dazu waren es bei den Deutschen etwa EUR 27,-.

"Österreichische Agrarprodukte spielen am europäischen Markt
definitiv in der Oberliga mit. Schlagkräftiges Marketing und
ungebrochene Innovationskraft beflügeln zu neuen Erfolgen. Die
Ehrlichkeit der heimischen Lebensmittel und die Natürlichkeit der
Rohstoffe stärken das Vertrauen und die Genussbereitschaft der
Konsumenten in aller Welt. Regionalität geht vor Globalität, feiner
Geschmack vor Einheitsbrei. Das ist eine Win-Win-Situation für alle
Beteiligten. Davon profitieren alle, sowohl Produzenten wie
Konsumenten, aber auch Umwelt und Wirtschaft", zeigte sich Mikinovic
über Österreichs agrarische Exporterfolge erfreut.
(Schluss) leith

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AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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