Edenhofer: Energie-Mix für die Zukunft

Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung plädiert für die gleichzeitige Anwendung verschiedener Technologien zur Reduktion von Treibhausgasen.

Wien (OTS) - Es herrscht zunehmend Einigkeit darüber, dass es kein Patentrezept für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik gibt. Vielmehr bedarf es einer ganzen Reihe, eines Portfolios, von verschiedenen Möglichkeiten, um die Mengen von Treibhausgasen in der Atmosphäre bzw. die globale Temperatur zu stabilisieren, und zwar so, dass sie sich auf einem möglichst niedrigen Niveau, entsprechend den so genannten "low stabilization"-Szenarien, einpendeln. Um die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels verhindern zu können, muss unbedingt dieses niedrige Temperaturniveau erreicht werden.

Allerdings ist mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen auch die Gefahr verbunden, das Wirtschaftswachstum empfindlich zu bedrohen, und zwar sowohl in den Industriestaaten wie auch in den Entwicklungsländern.

Ein Portfolio, das verschiedene mögliche Senkungsmaßnahmen beinhaltet, kann hilfreich dabei sein, die Gratwanderung zwischen dem Kampf gegen den Klimawandel und der Aufrechterhaltung von Wirtschaftswachstum zu bewältigen. Und es zeigt sich, dass es ein solches brauchbares Portfolio geben kann,

  • das eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz,
  • die Förderung von erneuerbaren Energietechnologien - inklusive einer umfassenden Nutzung von Biomasse, die Kohlendioxid-Separierung und -Sequestrierung sowie
  • die moderate Nutzung der Kernenergie beinhaltet.

Entscheidungsträger gilt es darüber auf dem Laufenden zu halten, in welchen Maßnahmen bzw. welchem Maßnahmen-Mix welches Reduktionspotenzial liegt.

Allerdings können all die genannten Technologien nur dann auf dem Markt eingeführt werden, wenn sich die politischen Akteure auf einen Preis für jede Tonne an emittiertem CO2 einigen und somit die Atmosphäre nicht mehr zum Nulltarif mit Kohlendioxid belastet werden kann. Genauso wichtig sind weltweit gültige Wirtschaftsverträge, die die wachsenden internationalen CO2-Märkte und eine faire Verteilung von Emissionsrechten unterstützen, insbesondere zum Wohl der armen Länder dieser Welt.

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