Bures: Bessere Chancen für Migrantinnen am Arbeitsmarkt schaffen

"Hürden abbauen und Potenzial von Migrantinnen anerkennen"; Expertinnenrunde diskutierte "Mentoring für Migrantinnen"

Wien (OTS) - "Ausländerinnen sind am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt - als Frau und als Migrantin. Wir müssen bestehende Hürden abbauen und das Potenzial von Migrantinnen anerkennen", so Frauenministerin Doris Bures zum gestrigen Impulscafé im Rahmen des frauenkompetenznetz. Mit dem frauenkompetenznetz hat Frauenministerin Bures eine Vernetzungsplattform geschaffen, die die Chancen von Frauen im Beruf verbessert und am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Frauen sowie Mädchen in der Berufsorientierungsphase unterstützt. Gestern Abend fand im Bundeskanzleramt das zweite Impulscafé statt, das von über 100 Expertinnen besucht wurde und die Verbesserung der Chancen von Migrantinnen am Arbeitsmarkt zum Thema hatte.

Der von Frauenministerin Bures im Herbst 2007 vorgelegte Migrantinnenbericht hat die doppelte Diskriminierung, denen Migrantinnen in Österreich ausgesetzt sind, verdeutlicht:
Migrantinnen sind einerseits öfter in Jobs, die weniger Einkommen und Status bringen als männliche Migranten. Andererseits haben sie als ausländische Arbeitskräfte mit den gleichen strukturellen Schlechterstellungen wie ausländische Männer zu kämpfen. Außerdem sind Migrantinnen stärker von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen und verfügen über eine schlechtere Ausbildung als Österreicherinnen.

"Der von den Sozialpartnern vereinbarte Mindestlohn von 1.000 Euro kommt auch vielen Migrantinnen zu Gute, weil sie vielfach in schlecht bezahlten Jobs arbeiten", so Bures, die im September 2007 eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet hat, die sich mit der Situation von Migrantinnen auseinandersetzt und an Verbesserungen in verschiedenen Bereichen arbeitet. "Wir müssen an mehreren Hebeln ansetzen, um die Situation von Migrantinnen in Österreich zu verbessern. Es geht um gleiche Bildungschancen, um eine bessere Integration am Arbeitsmarkt und natürlich um einen wirksamen Schutz vor traditionsbedingter Gewalt. Deshalb ist mir eine breite ministerienübergreifende Zusammenarbeit wichtig", so Bures.

Bures hat im Jahr 2007 außerdem mehr Geld für migrantinnenspezifische Beratung eingesetzt und insgesamt 25 Migrantinnen-Projekte und zwei spezielle Frauenservicestellen aus dem Frauenbudget gefördert. Durch diese Projekte erhalten Migrantinnen beispielsweise Aus- und Weiterbildungs-, Sprach- und Computerkurse. Andere Projekte bzw. Servicestellen bieten Beratung zu Themen wie Gewalt, soziale Isolierung und gesetzliche Grundlagen. Eine eigene Abteilung in der Frauensektion im Bundeskanzleramt bietet Migrantinnen unter einer Nulltarifnummer 0800/202011 kostenlos Unterstützung und Beratung in mehreren Sprachen (kurdisch, türkisch, russisch und ukrainisch).

Die Impulscafés im Rahmen des frauenkompetenznetz dienen der Information und Vernetzung. Auf ein Impulsreferat folgt eine Podiumsdiskussion und im Anschluss ein informeller Gedankenaustausch in gemütlicher Atmosphäre. Diese Form des Austausches begünstigt auch die beabsichtigte Verknüpfung von bestehenden Mentoring-Initiativen und KooperationspartnerInnen aus dem ArbeitnehmerInnen-orientierten Organisationen wie Gewerkschaft, Arbeiterkammer, Arbeitsmarktservice sowie von Frauen- und Mädchenberatungsstellen.

Themen der Podiumsdiskussion waren die arbeitsmarktrelevanten Probleme, mit denen Migrantinnen konfrontiert sind, wie etwa die Anerkennung von Bildungsabschlüssen, der Zugang zur Ausbildung sowie der berufliche Ein- und Aufstieg von Migrantinnen in Österreich. Die Diskussionsteilnehmerinnen waren sich einig, dass Mentoring als individuelle Maßnahme das Vorantreiben von strukturellen Veränderungen nicht ersetzen kann. Wichtig sei es, die Spielregeln des Arbeitsmarktes aufzuzeigen, um die Handlungskompetenzen der Migrantinnen zu erhöhen.

Das Impulsreferat bei der gestrigen Veranstaltung hielt Mag.a Manuela Vollmann, die Leiterin von abzaustria, einer Beratungs- und Bildungseinrichtung für Frauen in Wien. abzaustria hat das Mentoring-Projekt BIMM zur beruflichen Integration von Migrantinnen durchgeführt. Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion waren: Dr.in Birgit Mathiaschitz, Abteilungsleiterin für multinationale Konzerne der Raiffeisenzentralbank Österreich, eine Mentorin im Rahmen des Projekts BIMM, Mag.a Astrid Striessnig, langjährige Mitarbeiterin der Migrantinnen-Beratungsstelle Orient-Express, Beatrice Achaleke vom Verein AFRA-International Center for Black Women´s Perspectives und Mag.a Irene Kessler, Projektleiterin von Urban Connection zur Errichtung eines interkulturellen Frauennetzwerks.

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Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
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