Ellensohn/Grüne Wien: Abschaffung des "Kleinen Glücksspiels" einziger Ausweg

Gerichtliche Vorerhebungen gegen Automatenhersteller bestätigen Beobachtungen

Wien (OTS) - "Die Durchführung gerichtlicher Vorerhebungen in Wien gegen den Glücksspielautomatenhersteller Novomatic, wie heute in den Medien berichtet wird, ist eine Bestätigung meiner Beobachtungen. Die wien-weit aufgestellten Automaten entsprechen meiner Ansicht nach nicht dem sogenannten ‚Kleinen Glücksspiel’, wie sich dieses der Gesetzgeber einmal vorgestellt hat", betont David Ellensohn, Stadtrat der Grünen Wien.

Das Wiener Veranstaltungsgesetz erlaubt als "Kleines Glücksspiel" außerhalb des staatlichen Glücksspielmonopols die Aufstellung von Münzspielapparaten, bei denen pro Spiel der Einsatz 50 Cent und der Gewinn 20 Euro nicht übersteigen darf.

"Die Spielerinnen und Spieler versprechen sich freilich einen höheren Gewinn pro Spiel als nur 20 Euro. Viele der aufgestellten Automaten kann man mit 100 Euro-Banknoten füttern, die sind dann aber erfahrungsgemäß schnell verspielt. Das ist in meinen Augen gesetzwidrig. In fünf Bundesländern ist das ‚Kleine Glücksspiel’ auch aus gutem Grund verboten. Der Salzburger SPÖ-Bürgermeister Heinz Schaden hat öffentlich bekundet, dass es sich bei den Einnahmen für die Stadt aus diesen Spielautomaten um ‚schmutziges Geld’ handle, auf das er genauso selbstverständlich verzichte, wie auf Einnahmen aus dem Drogenhandel", hebt der Stadtrat und KonsumentInnenschutzsprecher hervor.

"Abgesehen von dauernden Problemen mit dem mangelnden Jugendschutz in diesem Bereich und dem Wildwuchs von Automatenlokalen erhärtet sich mittlerweile anscheinend auch bei den zuständigen Behörden der Verdacht, dass bei den aufgestellten Glücksspielautomaten nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Es ist auch höchste Zeit, dass endlich gehandelt wird. Die Armut in der Stadt wird größer, die SchuldnerInnenberatung ist überlaufen. Zu dieser Entwicklung muss die Stadt Wien nicht auch noch beitragen, indem sie die Augen vor der Realität verschließt. Ich kann unsere Forderung nach einer Abschaffung des ‚Kleinen Glücksspiels’ in der derzeitigen Form daher nur noch einmal wiederholen", schließt Ellensohn.

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