Ergebnis heimischer Pensionskassen über internationalem Trend

Turbulenzen an Finanzmärkten wirkten sich auf Firmenpensionen aus

Wien (PWK036) - Während der weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten haben die heimischen Pensionskassen 2007 für ihre Kunden zwei Prozent Ertrag erwirtschaftet, gab der Fachverband der Pensionskassen bekannt. Das Ergebnis liegt zwar über dem internationalen Trend, aber unter dem fünfjährigen Durchschnitt der Pensionskassen von 6,8 Prozent. Für die meisten Bezieher einer Firmenpension bleibt die Pension 2008 entweder gleich oder steigt. Bei rund neuntausend Pensionisten bewirkt das Ergebnis eine Reduktion von durchschnittlich drei Prozent, bei 800 Sonderfällen sind es bis zu sieben Prozent. Im Vorjahr haben die Pensionskassen 390 Mio. Euro Pensionsgelder ausbezahlt. Das Vermögen aller Firmenpensionen wurde von 12,5 auf über 13 Mrd. Euro gesteigert.

Die heimischen Pensionskassen haben eine ambivalente Haltung zum Jahresergebnis 2007: "Wir sind unzufrieden, weil es bei einem Teil der Pensionisten zu einer Reduktion kommt. Gleichzeitig sehen wir, dass wir im internationalen Vergleich gut abschneiden. Unsere auf Sicherheit bedachte Veranlagungspolitik ist für die große Mehrheit der Pensionsbezieher positiv", erläutert Fachverbands-Obmann Christian Böhm das Ergebnis. Tatsächlich haben vor allem jene Länder mit traditionell höherem Ertrag im Jahr 2007 besonders schlecht abgeschnitten: In der Schweiz liegt das Jahresergebnis bei nur einem Prozent, in Irland sogar bei minus 2,5 Prozent und aus anderen Ländern sind ähnliche Nachrichten zu erwarten. Böhm: "Das abgelaufene Jahr war an den weltweiten Finanzmärkten von Turbulenzen gekennzeichnet. Das ist an den europäischen Märkten nicht spurlos vorübergegangen. So hat beispielsweise in Österreich selbst die zehnjährige Bundesanleihe 2007 ein Ergebnis von 1,8 Prozent."

Der Aktienanteil liegt hierzulande deutlich unter dem internationalen Durchschnitt: Derzeit veranlagen die heimischen Pensionskassen rund vierzig Prozent des Vermögens in Aktien und sechzig Prozent in Anleihen und anderen festverzinslichen Werten. "Das ist der Grund, warum Österreich im abgelaufenen Jahr besser dasteht als viele andere Länder. Weiters muss man anerkennen, dass die heimischen Veranlagungsexperten 2007 einen guten Job gemacht haben. In schwierigen Jahren ist es viel schwieriger, ein respektables Ergebnis zu erzielen, als in guten Jahren ein noch besseres Ergebnis", erklärt Böhm den Ländervergleich.

Das Ergebnis eines Jahres ist aber nur eine Momentaufnahme. Für die Beurteilung der Betriebspensionen ist die langfristige Entwicklung von Bedeutung. "Mit dem langjährigen Durchschnitt von rund sieben Prozent liegen die Pensionskassen im Spitzenfeld der Anbieter von Altersvorsorge. Die Ausgewogenheit von Sicherheit und Ertrag bei den Pensionskassen macht sich in Österreich bezahlt", so Böhm weiter.

Durch die Veranlagung der Gelder an den Kapitalmärkten erwirtschafteten die Pensionskassen für die Arbeitnehmer und Pensionisten im vergangenen Jahr rund 250 Mio. Euro. Seit ihrer Gründung haben die Pensionskassen an den Kapitalmärkten viereinhalb Mrd. Euro Pensionskapital erwirtschaftet.

Mehr Österreicher mit Firmenpension

Eine leichte Steigerung gibt es bei der Zahl der Menschen mit Anspruch auf eine Firmenpension. Rund 540.000 Personen haben heute ein Pensionskonto bei einer Pensionskasse, das sind 14.000 mehr als im Vorjahr. "Fast jeder fünfte erwerbstätige Österreicher hat eine Firmenpension. Davon sind zwei Drittel bei einer Pensionskasse, und die sind damit der mit Abstand wichtigste Anbieter von Betriebspensionen", erläutert Fritz Janda, Geschäftsführer des Pensionskassen-Fachverbandes.

Wachstumspotenzial sehen die Pensionskassen durch den zunehmenden Fachkräftemangel in der heimischen Wirtschaft. Janda: "Die meisten Unternehmen haben bereits große Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Gute Leute können es sich aussuchen, bei welcher Firma sie arbeiten - und da können Arbeitgeber mit dem Angebot einer Firmenpension deutlich punkten. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren massiv verstärken. " Die Pensionskassen werden dazu 2008 gemeinsam mit dem WIFO eine Studie bei Klein- und Mittelbetrieben durchführen.

Damit Firmenpensionen hierzulande genauso wachsen können wie in anderen europäischen Ländern, erwarten die Pensionskassen weitere Maßnahmen von Seiten der Bundesregierung. Die kommende Steuerreform solle dazu genutzt werden, die Beiträge zu den Firmenpensionen von der Versicherungssteuer zu befreien. Böhm: "Diese Steuer ist im internationalen Vergleich absolut unüblich und ein Hemmschuh für die heimischen Betriebspensionen. Es ist an der Zeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer von dieser österreichischen Sonderregel zu entlasten."

Ebenso wollen die Pensionskassen, dass das international übliche System der späten Besteuerung auch in Österreich für alle Beiträge eingeführt wird. Dabei werden die an die Pensionskasse geleisteten Beiträge erst bei Pensionsantritt besteuert, was Firmenpensionen noch attraktiver machen würde. "Außerdem wollen viele unserer Kunden, dass die Beitragszahlung flexibler wird und nicht mehr jedes Monat der gleiche Betrag eingezahlt werden muss. Das wäre für Arbeitgeber ein zusätzlicher Anreiz, eine Pensionskassenlösung einzuführen", schloss Böhm.

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die durchschnittliche Firmenpension beträgt monatlich 480 Euro. Insgesamt veranlagen die 19 Pensionskassen ein Vermögen von über 13 Mrd. Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.

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Anlageertrag:
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Foto Mag. Christian Böhm:
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Bildtext: Mag. Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen

Foto Dr. Fritz Janda: http://www.pensionskassen.at/images/janda1.jpg Bildtext: Dr. Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen

Rückfragen & Kontakt:

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Fachverband der Pensionskassen
Dr. Fritz Janda
Tel.: (++43) 0590 900-4108
fvpk@wko.at
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Agentur Skills
Mag. Niklas Jelinek
Tel.: 5052625-27
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