Schmied: Bildungspolitik ist tragendes Element für Innovation

Kranzl - Innovation gemeinsam mit aller Kraft vorantreiben

Wien (SK) - Klar zu Innovation, Forschung, Bildung und Technologie bekannten sich Mittwochabend Bildungsministerin Claudia Schmied und Staatssekretärin Christa Kranzl bei einer von Karl Blecha (Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Forschung) geleiteten Diskussion zu "Forschung und Schule - Die Neugierde als Motor für Innovationen". Schmied unterstrich, dass "Bildungspolitik ein tragendes Element der Innovationsstrategie" sei, schließlich sei Qualifizierung und Ausbildung dort zentral, wo es um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsleistung geht. Mit den Modellregionen zur Neuen Mittelschule, der Forcierung der Leadership Academy und dem Ausbau des Kindergartens in Richtung Bildungsgarten habe die Regierung Gusenbauer bereits wichtige Innovationsschritte gesetzt, so Schmied. Kranzl betonte, dass es gelte, die "Innovation gemeinsam mit aller Kraft voranzutreiben". ****

Die Bildungsministerin betonte in ihrem Statement, dass das "Bildungssystem einen Innovationsschub braucht" und mit den "Herausforderungen der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu harmonisieren" sei. Es brauche "frischen Wind" im Bildungssystem, um zu Innovationen zu kommen, so Schmied, die klarmachte, dass sie hier "stark auf die Leadership Academy setzt", die mittlerweile schon rund 1.000 Führungskräfte aus dem Bildungsbereich absolviert hätten. Schmied kündigte zudem die Einrichtung eines Speziallehrgangs an der Leadership Academy an, der sich an alle DirektorInnen und LehrerInnen wendet, die an den Modellregionen zur Neuen Mittelschule teilnehmen.

Es gebe zu denken und führe auch zu einem Mangel an Innovation, dass in Österreich jeder Dritte 15-Jährige als so genannter Risikoschüler gelte, während weitere sechs Prozent gar nicht mehr im Bildungssystem sind. Umso wichtiger sei da die von der SPÖ-geführten Regierung eingeführte Bildungsgarantie, die allen Jugendlichen eine volle Berufsausbildung ermöglicht, so Schmied. Wesentliche innovative Impulse in Sachen Bildungsstandards und Qualitätssicherung erwarte sie sich auch vom neu gegründeten BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens), bekräftigte Schmied. An zentralen Maßnahmen zur Förderung von Innovation und Lust am Lernen nannte Schmied:

+ Ausbau des Kindergartens in Richtung eines Bildungsgartens, wo es auch zu einer Förderung der Deutschkompetenz und der Muttersprache (als Vorbedingung für den Erwerb anderer Sprachen) kommen soll
+ "Aktionstage Science", wo ForscherInnen direkt an die Schulen kommen, um Interesse für Forschung und Innovation zu wecken
+ Vergabe des Preises "Jugend innovativ", womit besonders innovative Projekte ausgezeichnet werden
+ "IMST"-Programm (Innovations in Mathematic, Science and Technology Teaching), hier geht es um neue didaktische Maßnahmen sowie um eine neue Lehr- und Lernkultur
+ "FIT"- (Frauen in die Technik) und "mut!" (Mädchen und Technik)-Programm, um Mädchen und Frauen dazu zu motivieren, sich verstärkt technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungen und Berufen zuzuwenden.

Der Bildungspolitik komme auch dort zentrale Bedeutung zu, wo es durch Förderung von Talenten und Begabungen gelte, den "Entdeckergeist und die Neugierde von Kindern wach zu halten", so Schmied. Darüber hinaus müsse die Lust am Lernen im Vordergrund stehen, weil "Spitzenleistungen nur dann gelingen, wenn sie mit Freude erbracht werden", zeigte sich die Bildungsministerin überzeugt. Wichtig sei zudem, dass "kein Kind zurückgelassen werden darf" - daher gelte es, auch jene sieben Prozent der Kinder, die noch nicht im Kindergarten sind, zum Besuch des Kindergartens zu motivieren, so Schmied, die unterstrich, dass die Beherrschung der deutschen Sprache auch Grundlage für Lernerfolg und erfolgreiche Integration sei. Eine gute Bildung und Ausbildung sei, so Schmied, das "beste Rezept gegen Jugendkriminalität", denn: "Wer eine faire Chance hat, verbaut sich seine Zukunft nicht leichtfertig".

Kranzl - Österreich zeichnet sich durch Qualität und Fähigkeit zur Nischenbildung aus

"Österreich ist ein kleines, aber feines Land, das sich durch die Fähigkeit zu Qualität und zur Nischenbildung auszeichnet", betonte Kranzl in ihrem Statement im Wiener "Haus der Industrie". Gerade in Nischenbereichen verfüge Österreich über "ausgezeichnetes Know-How", so Kranzl mit Verweis etwa auf die heimische Automobilindustrie, die sehr innovativ auf die ökologischen Herausforderungen reagiere. Die Staatssekretärin machte auch deutlich, dass Österreich nicht nur am Lissabon-Ziel einer Forschungsquote von drei Prozent festhalte, sondern das "hier auch die Richtung stimmt". Einzelne Bundesländer, wie etwa die Steiermark, peilten sogar die Vier-Prozent-Marke an. Für das Projekt "Forschung schafft Arbeit" (Innovationsförderung im KMU-Bereich) lägen trotz kurzer Laufzeit bereits 650 Einreichungen für innovative Projekte vor, zeigte sich Kranzl erfreut.

Mit dem "FEMtech"-Programm gelte es, Berufschancen für Frauen aufzuzeigen und Karrierewege im wachsenden Sektor von Forschung und Entwicklung attraktiv zu machen - auch durch die Vorbildwirkung von erfolgreichen Frauen, hielt Kranzl zu einem weiteren wichtigen Projekt fest. Mit dem "Brainpower"-Programm wolle man "den österreichischen Forschungsstandort so attraktiv machen", dass im Ausland tätige heimische ForscherInnen wieder zurückkommen. Das gemeinsam mit dem Bildungsministerium ausgearbeitete Projekt "Forschung macht Schule" solle dazu beitragen, dass sich "junge Menschen schon in der unterer Bildungskette für Forschung, Innovation und Technologie interessieren", bekräftigte Kranzl. Das Kooperationsprojekt "Forschung macht Schule" sei auch deshalb so wichtig, weil hier Unternehmen und Schulen zusammengebracht werden, um Innovationsimpulse auszulösen.

Kranzl sprach sich weiters dafür aus, verstärkt anzudiskutieren, dass "alle vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie vergebenen Förderungen gendergerecht verteilt werden." Schließlich sei es "an der Zeit, Förderungen auch mit dem jeweiligen Frauenanteil zu verknüpfen", ergänzte Kranzl. Die Staatssekretärin kündigte als weitere Schwerpunktmaßnahme eine thematische Zusammenfassung als BMVIT-Förderungen an, die sich auch einer vereinfachten Sprache bedienen sollten. Grundsätzlich verstehe sich das BMVIT als "offenes Ministerium": "Wir sind offen für Ihre Ideen und Anregungen", wandte sich Kranzl an das zahlreich erschienene Publikum.

Der Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Forschung, Karl Blecha, bekräftigte, dass "Innovation etwas ist, das alle Bereiche der Gesellschaft erfassen soll". Die Gesellschaft zur Förderung der Forschung wolle Innovation und Forschung einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln. 2008 werde es überdies mehr Veranstaltungen geben als bisher, kündigte Blecha abschließend an. (Schluss) mb

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