Neues Volksblatt: "Beide Seiten" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 17. Jänner 2008

Linz (OTS) - Das Regierungsprogramm hilft in diesem Fall nicht weiter: Da ist nur allgemein von Änderungen bei der Invaliditätspension die Rede. Ob das nun Lockerungen oder Verschärfungen bedeuten soll, bleibt der - bis dato reichlich genutzten - Interpretationsfreiheit der Politik überlassen. Das Argument, dass ein Land mit einer so hervorstechenden Gesundheitsversorgung wie Österreich wohl kaum so viele nicht mehr arbeitsfähige Menschen hervorbringen kann, hat jedenfalls etwas für sich. Dazu braucht es freilich auch Arbeitnehmer, die die Pension nicht als Endziel ihrer Wünsche sehen - und Unternehmen, die das AMS oder irgendeine Form der vorzeitigen Pension nicht als Möglichkeit, ältere Arbeitnehmer abzubauen und so Lohnkosten zu reduzieren, missbrauchen. Die unheilige Allianz einer Sozialdemokratie, die die Arbeitswelt primär mit Leid verknüpft hat, und Betrieben, die ältere Mitarbeiter auf zu große Kostenfaktoren reduziert haben, hat über Jahre auch gesellschaftlichen Schaden produziert. Das Umdenken - vor dem Hintergrund des demografisch absehbaren Arbeitskräftemangels und eines Pensionssystems am Limit - ist auf beiden Seiten überfällig.

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