Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wenn eine Krähe die andere tunkt (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe 17. Jänner 2008

Klagenfurt (OTS) - Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, heißt es so schön. Die Hackhemmung hängt aber wohl davon ab, wie eng die Schlinge ist, die um den Hals der Krähe liegt. Bawag-Investor Wolfgang Flöttl dürfte der seidene Faden, an dem seine Freiheit hängt, mittlerweile wohl spürbar die Luft abschnüren. Zumindest so sehr, dass er sich immerhin am 56. Verhandlungstag zu einem Teilgeständnis durchrang.
Flöttls Beichte ist mehr als nur der Versuch, bei einem möglichen Urteilsspruch einen Milderungsgrund vorweisen zu können. Mit seinem "Beitrag zur Untreue" tunkt er seine Mitangeklagten ordentlich ein. Denn wenn Flöttl den Beitrag geleistet haben will, müssten Elsner & Co. folglich die Untreue erledigt haben.
Die "Offenbarung vom 56. Tage" zeigt aber auch, dass der Staatsanwalt auf einem guten Weg ist. Ein mit allen Anwälten gewaschener Finanzhai wie Flöttl streicht erst dann die Segel, wenn der Wind, der ihm entgegenbläst, so richtig schneidend wird.

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