"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Doping ist Geldsache" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 17,012008

Wien (OTS) - Spitzensport ist beinhartes Geschäft, in dem es um extrem viel Geld geht. Bestes Beispiel sind die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Dass die Abfahrer auf der Streif Kopf und Kragen riskieren, ist nur Vorwand für ein Stelldichein der Reichen und Mächtigen aus Politik und Wirtschaft. Ähnlich ist es bei Olympischen Spielen.
Wer dort gewinnt, ist ein willkommener und gut bezahlter Werbeträger. Was liegt näher, als dem Erfolg auch mit illegalen Mitteln auf die Sprünge zu helfen? Im Wirtschaftsleben nennt man das Bestechung oder Betrug, im Sport ist es Doping.

Hierzulande ist es schlechte Tradition, Augen und Ohren vor der Realität zu verschließen. "Österreich ist zu klein, um vernünftiges Doping zu betreiben", hat Skipräsident Peter Schröcksnadel einst behauptet. Seine Athleten haben das Gegenteil bewiesen und wurden gesperrt.
Jetzt steht ein Wiener Blutplasma-Labor im Verdacht, Profisportlern "geholfen" zu haben. Ärzte und Sportler dementieren, und für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Was immer bei den Untersuchungen herauskommt: Doping wird es geben, solange riesige Geldsummen im Spiel sind. Daran können weder Gesetze noch Kontrollen etwas ändern. Nur die Sponsoren hätten es in der Hand, mit dem Geldfluss auch illegale Praktiken abzudrehen. Alles andere ist Illusion.

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