"KURIER"-Kommentar von Ricardo Peyerl: "Schuld und Strafe"

Die Urteile werden sich an Helmut Elsner messen. Und der leugnet bis zuletzt.

Wien (OTS) - Reden wir über die Strafen. Spätestens seit der Mann mit dem Teddybären-Image, Wolfgang Flöttl, in die Knie gegangen ist, sind sie in greifbare Nähe gerückt. Selbst wenn das Gericht nur aus den Teilgeständnissen von Johann Zwettler und jetzt eben auch Flöttl Schuldsprüche ableiten würde, wäre schon mit mehreren Jahren Freiheitsentzug zu rechnen.
Die Chance einzelner Angeklagter liegt in der Abstufung, die in einem Verfahren mit unterschiedlich verteiltem Schuldgehalt vorzunehmen ist. Orientieren werden sich die Urteile wohl an Helmut Elsner, der nicht die geringste Schuld eingesteht: Im schlimmsten Fall könnte er wegen Untreue mit 1,44 Milliarden Euro plus betrügerischem Herauslocken seiner Millionenabfindung schuldig gesprochen werden.
Der nicht geständige ehemalige Vorstand der Bank Burgenland hat schon für vergleichsweise läppische 1,8 Milliarden Schilling, umgerechnet 130 Millionen Euro, die Höchststrafe von zehn Jahren Haft bekommen.
Mit Abstand würden im Fall von Verurteilungen Elsners Mitangeklagte folgen, wobei noch genug Spielraum für die Belohnung von Geständnissen bleiben müsste. Und dazu war Mittwoch die letzte Gelegenheit.

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