Verbraucherpreise stiegen 2007 in Österreich um 2,2%

Wohnen, Wasser und Energie waren Hauptpreistreiber - Plus 4,1% bei Ernährung

Wien (AIZ) - Die durchschnittliche Jahresinflationsrate lag im
Jahr 2007 in Österreich bei 2,2% und bewegte sich nach 1,5% im Jahr 2006 wieder auf dem Niveau von 2005 (2,3%). In der ersten Jahreshälfte lag die Rate im Schnitt noch unter 2%, im letzten Quartal 2007 waren jedoch Inflationsraten von über 3% zu beobachten. Die Ausgabengruppe "Wohnen, Wasser und Energie" ist mit durchschnittlichen Preissteigerungen von 4,6% für fast 0,8 Prozentpunkte oder circa 40% der Inflationsrate 2007 verantwortlich und gilt hier als Hauptpreistreiber. An zweiter Stelle zeichnen "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (+4,1%) mit einem Einfluss von 0,5 Prozentpunkten auf die Jahresinflationsrate verantwortlich. Dies teilte die Statisik Austria heute mit. In der gesamten EU stiegen die Verbraucherpreise 2007 im Schnitt um 2,3%.

"Wohnen, Wasser und Energie" mit Steigerung von 4,6%

Die Ausgabengruppe "Wohnen, Wasser und Energie" wies im Gesamtjahr 2007 relativ konstant durchschnittliche Preissteigerungen zwischen 4% und 5% auf. Hätten diese Preissteigerungen nicht stattgefunden, wäre die Jahresinflation um 0,8 Prozentpunkte niedriger ausgefallen. An erster Stelle stand dabei die Instandhaltung von Wohnungen, deren Preise um durchschnittlich 5,4% höher waren als im Jahr zuvor. Die Preissteigerungen für Haushaltsenergie (+5,9%) liegen an zweiter Stelle. Hauptpreistreiber war der Strom, dessen Preis um durchschnittlich 9% höher lag als im Jahr 2006. Auch die Gaspreise verteuerten sich um durchschnittlich 8%. Die kräftigen Anhebungen der Heizölpreise im vierten Quartal 2007 (+9%) konnten den Rückgang der ersten drei Quartale nicht kompensieren. Im Jahresschnitt 2007 lagen die Heizölpreise um 1% unter dem Vorjahresniveau. Auch die Betriebskosten für Mietwohnungen (+5%) und für Eigentumswohnungen (+3%) wiesen überdurchschnittliche Preissteigerungen auf.

Nahrungsmittel erhöhten Inflation 2007 um 0,5 Prozentpunkte

Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" hat im Verlauf des Jahres 2007 eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Sie verzeichnete durchschnittliche Preissteigerungen um 4,1% und ist für 0,5 Prozentpunkte der Jahresinflation verantwortlich. Ausschlaggebend waren in dieser Ausgabengruppe vor allem Preisanstiege bei Molkereiprodukten und Eiern um durchschnittlich 8%. Erste Erhöhungen fanden im Sommer statt und wurden durch weitere Anstiege im Oktober verstärkt. Etwa die Hälfte der Milchprodukte weist Steigerungsraten über 10% auf. Speisetopfen war um 14% teurer als im Jahr zuvor, Sauerrahm, Joghurt und Gouda um 12%, Schlagobers um 11% und Vollmilch, Camembert und Emmentaler um 10%.

Aber auch Brot und Getreideerzeugnisse zeigten eine ähnliche, wenn auch abgeschwächte Entwicklung. Hier lagen die Teuerungsraten im ersten Quartal bei 3% und im vierten Quartal bei 8%. Teigwaren und Gebäck waren um 7% teurer als im Jahr 2006, Weizenmehl, Semmeln und Weißbrot um 6%. Aber auch saisonale Produkte, wie Obst und Gemüse, wiesen Preissteigerungen gegenüber dem Jahr 2006 auf. Gemüse wurde um 6% teurer, Obst hingegen nur um 2%. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Jahresabstand lediglich um 1,9%.

Lebensmittelpreise wirken seit EU-Beitritt als Inflationsbremse

Während Lebensmittel somit im Jahr 2007 in Österreich spürbare Preissteigerungen verzeichneten, wirkten sie in den vergangenen Jahren im Gegensatz dazu als Inflationsbremse: Betrachtet man beispielsweise die Entwicklung vom EU-Beitritt bis zum ersten Halbjahr 2007, so ist das allgemeine Preisniveau laut Statistik Austria um durchschnittlich 24,8% gestiegen, jenes für die Ausgabengruppe "Ernährung und alkoholfreie Getränke" aber nur um 18,4%, also um ein Viertel weniger als die durchschnittliche Inflation. In der Periode vor der Euro-Einführung (1994 bis 2001) stieg das allgemeine Preisniveau um 12,5%, die Preise für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" jedoch nur um 5,9%. Bei "Milch, Käse und Eiern" gab es in dieser Periode sogar Preisrückgänge um durchschnittlich 2,8%. Seit der Euro-Einführung hat sich das Bild gewandelt, die Änderung der Lebensmittelpreise hat sich an die allgemeine Inflationsrate angenähert.

Treibstoffpreise stiegen erst zu Jahresende 2007 stark an

Die Treibstoffpreise haben im Jahr 2007 die Jahresinflationsrate um fast 0,1 Prozentpunkte erhöht und lagen durchschnittlich um 2% über dem Niveau von 2006. Die moderate Jahresveränderungsrate bei den Treibstoffen lässt sich laut Statistik Austria dadurch erklären, dass die Preise besonders im ersten (-5%) und zweiten (-4%) Quartal des Jahres 2007 noch preisdämpfend wirkten, im dritten Quartal preisstabil waren und erst im vierten Quartal mit 17% deutlich über dem Vorjahresniveau lagen.

Als Inflationsdämpfer im Jahr 2007 wirkte vor allem ein weiterer Preisverfall bei technischen Geräten. So weist die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" Preisrückgänge von 3,3% auf. Weitere bedeutsame Verringerungen waren bei Flugtickets (-25%), Informationsverarbeitungsgeräten (-17%) sowie bei Foto- und Filmausrüstungen (-8%) zu beobachten.

Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) war mit 2,6% etwa so hoch wie im Jahr 2005 (2,5%). Damit war er um 0,4 Prozentpunkte höher als die allgemeine Inflationsrate. Für ein Drittel der PIPH-Inflationsrate sind die Ausgaben für "Wohnen, Wasser und Energie" verantwortlich. An zweiter Stelle kommen die Preissteigerungen bei der Kategorie "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" mit einem Fünftel der Inflationsrate. An dritter Stelle steht die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen". Besonders die Teuerungsrate bei Gesundheitsdienstleistungen wirkte sich hier aus.
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