AK: Wirtschaftskammer irrt - Invaliditätspensionen sinken seit 2000

Wien (OTS) - Die Invaliditätspension ist aufgrund des Umfanges nicht die "Achillesferse der Pensionsreform", wie es die Wirtschaftkammer behauptet. Eine AK-Studie hat erst vor kurzem ergeben, dass die Zahl der Invaliditätspensionen sinkt. "Es wird in Wahrheit immer schwerer, wegen Krankheit in Pension zu gehen. Die Zahlen sind seit 2000 rückläufig", sagt Christoph Klein, Bereichsleiter für Soziales, in der AK Wien. Laut AK-Studie sank die Zahl der Pensionen wegen geminderter Erwerbsfähigkeit seit dem Jahr 2000 um rund 20.500, die Zahl der jährlichen Neuzuerkennungen ist um rund 2.000 zurückgegangen. Die Forderung der Wirtschaftskammer nach einer weitgehenden Abschaffung des bestehenden Berufsschutzes lehnt Klein ab: "Bevor sich die Wirtschaft darüber den Kopf zerbricht, sollte sie sich besser die Realität ansehen. Tausende bedauernswerte Menschen ohne Berufsschutz sind schwer krank, können aber nicht in Pension gehen, weil sie nach der derzeitigen Gesetzeslage zynischerweise auf so genannte leichte Arbeiten, wie zum Beispiel Halbtages-Portierjobs verwiesen werden können, auf die sie auf dem Arbeitsmarkt aber nicht die geringste Chance haben".

Der Grund für die landläufige Einschätzung, dass die Invaliditätspensionen in Österreich zu hoch seien, ist die Nichtberücksichtigung der "vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Erwerbstätigkeit", die im Zuge der Pensionsreform des Jahres 2000 abgeschafft wurde und danach in leicht abgeänderter Form in die Invaliditätspension integriert wurde.

Im Jahr 2006 gab es rund 196.700 Invaliditätspensionisten im erwerbsfähigen Alter. Das sind scheinbar deutlich mehr als 2000, als 141.800 gezählt wurden. Allerdings: 2000 gab es rund 89.200 Pensionisten (im erwerbsfähigen Alter), die wegen geminderter Erwberbsfähigkeit in Pension gingen, im Vorjahr nur noch rund 13.800. Damit stehen in Wahrheit 231.000 Pensionisten wegen Invalidität im Jahr 2000 einer Gesamtzahl von 210.500 Pensionisten aus dem selben Grund im Jahr 2006 gegenüber.

Auch bei den Neuzuerkennungen (bereinigt um die Veränderungen der unerledigten Anträge) gab es einen leichten Rückgang. Bei 57 - 59 jährigen Männern ist die Zahl von knapp 10.000 im Jahr 2000 auf rund 7.000 im Jahr 2006 gesunken, eine Reduktion um etwa 30 Prozent. Einen Anstieg gibt es hingegen bei den über 60-Jährigen, was aber natürlich darauf zurückzuführen ist, dass mit der laufenden Anhebung des Pensionsantrittsalters von 60 in Richtung 65 neue (und immer ältere!) Jahrgänge dazu kommen, in denen Invaliditätspensionen auftreten können.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002