Grüner Antrag zu bundesweiter Regelung für Auslandsadoptionen

Zwerschitz: Gefährlichem Graubereich ein Ende setzen!

Wien (OTS) - "Wie sich in den letzten Wochen schmerzlich gezeigt hat, finden Adoptionen ausländischer Kinder häufig in einem rechtlichen Graubereich statt", erklärt die Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Zwerschitz. "Adoptionsagenturen bedienen sich mitunter höchst dubioser Praktiken, es gibt kaum Kontrollen in den Herkunftsländern der Kinder, die zuständigen Jugendbehörden in Österreich sind strukturell und inhaltlich überfordert, und die Leidtragenden sind wie so oft die Eltern und Kinder. Diese Zustände bedürfen dringendster Sanierung!", so Zwerschitz. Aus diesem Grund haben die Grünen in der heutigen Sondersitzung des Nationalrates einen Entschließungsantrag eingebracht, mit dem die Regierung aufgefordert wird, ein Auslandsadoptionsgesetz zu erlassen. Zwerschitz erwartet sich die Unterstützung der Kinder- und JugendsprecherInnen aller Fraktionen.

"Für uns stehen folgende Punkte im Vordergrund: die Schaffung einer bundesweiten, zentralen Vermittlungs- und Koordinationsstelle, zu deren Aufgaben es zählt, die mit Auslandsadoptionen befassten Agenturen und Vereine sowohl in Österreich als auch in den Herkunftsländern zu überprüfen; diese Behörde muss mit entsprechendem Know-how und entsprechenden Ressourcen ausgestattet sein; die Ausweitung der Angebote an adoptionswillige Menschen, eine Pflegestellenbewilligung zu erwerben, die eine Grundvoraussetzung für eine Adoptions darstellt; die Formulierung bundesweit einheitlicher Kriterien und Anforderungen an adoptionswillige Menschen; das Recht auf sofortige StaatsbürgerInnenschaft für im Ausland adoptierte Minderjährige", so Zwerschitz. Außerdem müsse die Regierung häufiger von der Option Gebrauch machen, Einspruch gegen den Beitritt von bekanntermaßen problematischen Ländern zum Haager Adoptionsübereinkommen einzulegen. "Es ist nicht zuletzt den Vorbehalten Deutschlands, der Niederlande, Spaniens und Großbritanniens zu verdanken, dass Guatemala mit Jänner 2008 seine Adoptionsgesetzgebung seriöser gestaltet hat. Österreich dürfte seine diesbezüglichen Verpflichtungen ruhig ein wenig ernster nehmen", betont Zwerschitz.

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