Kfz-Zulassungen in Österreich 2007 leicht rückläufig, Pkw erstmals seit 2002 wieder unter 300.000

Pkw -3,4 % gegenüber 2006, Höchstwerte bei Lkw und Einspurigen, insgesamt -0,5 % - Oberwallner: "Autokonjunktur in Österreich intakt" - Alternative Antriebe Hoffnungsgebiet

Wien (PWK030) - "2007 war ein turbulentes automobiles Jahr. Die Autokonjunktur in Österreich ist nach wie vor intakt, zeigt aber Anzeichen von Schwäche, insbesondere der private Konsument kauft derzeit nur schleppend" - so kommentierte Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremium Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Mittwoch, die Zulassungszahlen für 2007, erhoben von der Statistik Austria. Der österreichische Fahrzeughandel verzeichnete im Jahr 2007 298.182 Pkw- und Kombineuzulassungen. Das bedeutet einen Rückgang von 3,4 Prozent. "Damit lagen die Neuzulassungen erstmals seit 2002 unter der 300.000er-Marke", so Peter Laimer, stellvertretender Leiter der Direktion Raumwirtschaft der Statistik Austria. Im Gegensatz dazu entwickelten sich die Neuzulassungen von LKW und einspurigen Kraftfahrzeugen deutlich positiv, sodass der Kfz-Markt in Österreich mit -0,5 Prozent insgesamt nur leicht rückläufig war.

Eine Änderung des Kaufverhaltens ging zu Lasten von der Privatnachfrage, im Gegenzug dazu sind die Firmenzulassungen - u.a. auch durch Kurzzulassungen - gestiegen. Die Zurückhaltung der Konsumenten führt Fahrzeughandelsobmann Oberwallner sowohl auf die stark gestiegenen Energie- als auch auf die immer höheren Haltungskosten für Fahrzeuge zurück. Und: "Die immer höhere Qualität der Fahrzeuge erlaubt es den Konsumenten, ihre fahrbaren Untersätze länger in Betrieb zu halten."

Im Gegenzug zu Pkw haben die Zulassungen sowohl von LKW als auch von Einspurigen 2007 Höchstwerte erreicht: 36.669 Stück und ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber 2006 bedeuten einen neuen Höchstwert Rekordniveau. Damit hat sich die Entwicklung bei LKW-Neuzulassungen aus dem Jahre 2006 fortgesetzt, damals gab es einen Zuwachs von 4,3 Prozent zu verzeichnen. Der Absatz von Sattelzugmaschinen hat im abgelaufenen Jahr ebenfalls zugelegt und zwar gleich um 17,4 Prozent.

Im Zweiradmarkt zeigt sich 2007 ebenfalls eine Fortsetzung des Trends aus 2006: Die Zahl der Neuzulassungen von einspurigen Kfz, also Motor- und Leichtmotorrädern sowie Motorfahrrädern, ist um 11,9 Prozent gestiegen. Der Stand von 52.597 Fahrzeugen ist ebenfalls ein neuer Höchstwert. Fahrzeughandelsobmann Oberwallner zeigte sich erfreut, "dass der heimische Motorrad-Hersteller KTM mit +15,8 Prozent einen Zuwachs an Zulassungen weit über dem Durchschnitt verzeichnen konnte." Insgesamt hob Fahrzeughandelsobmann Oberwallner die innovative Kraft der Fahrzeugindustrie hervor: "Die zeigt sich u.a. in Entwicklung und Produktion von alternativen Antriebskonzepten und von Fahrzeugen, die bei steigendem Komfort und mehr Leistung verbrauchsoptimiert sind."

Präsentiert wurden die Zulassungszahlen des vergangenen Jahres im Umfeld der Vienna Autoshow 2008 <www.viennaautoshow.com>. Die Veranstaltung, die bis Sonntag, 20. Jänner 2008, in den Hallen B, C und D der Messe Wien stattfindet, präsentiert auf 30.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche rund 400 Neuwagen von 46 Marken, darunter zahlreiche Europa- und Österreich-Premieren.

Gemeinsam mit Peter Leißing, dem Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, unterstrich Oberwallner die Stellung Österreichs als automobiles Herstellerland: "In der österreichischen Fahrzeugindustrie wurde 2007 ein Produktionswert von rund 13 Milliarden Euro erwirtschaftet." "87 Prozent davon wurden", so Leißing, "exportiert, damit war die Fahrzeugindustrie im vergangenen Jahr einer der exportintensivsten Branchen."

Auch im Bereich der Arbeitsplatzsicherung kann sich die Automobilindustrie in Österreich sehen lassen: Direkt sind in der Fahrzeugindustrie mehr als 35.000 Personen, im Automobilhandel und seinen Werkstätten etwa 70.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Zählt man den gesamten automotiven Bereich dazu, dann kommt man auf 180.000 Beschäftigte. Der erweiterte Bereich rund ums Automobil (Handel, Reparatur, Tankstellen etc.) sorgt in Österreich für rund 370.000 Arbeitsplätze. Im Kfz-Handel sei die im Vorjahr festgestellte Gesundung vieler Betriebe allerdings durch den verstärkten Preiskampf ins Stocken geraten, so Oberwallner.

Automobilimporteure und -handel sind sich einig, dass es unter dem Deckmantel des Umweltschutzes zu keinen weiteren Belastungen für Autofahrer kommen dürfe. Von der Politik werden Anreize gefordert, die für Konsumenten den Umstieg auf moderne, abgasarme Fahrzeuge attraktiver machen.

Sehr wohl erwartet Fahrzeughandelsobmann Oberwallner auch für das Jahr 2008, in dem ja einerseits der Dieselpartikelfilter ausläuft und ab 1. Juli die vom CO2-Ausstoss abhängige Besteuerung greifen wird, durchaus positive Impulse in Sachen Autokauf: "Eventuell kaufen Besitzer von Fahrzeugen, die einen Malus haben werden, sich vor Inkrafttreten des Malus’ ein neues Auto." Diesbezüglich werde auch heuer wieder mit einer Fülle von Angeboten durch direkte Verkaufs-und Eintauschaktionen der Hersteller gerechnet. Als "Hoffnungsgebiet" machten die Experten den Bereich "alternative Antriebstechniken" aus.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Fahrzeughandels und seiner Interessenvertretung stehen auch 2008 Maßnahmen, "um den Fahrzeughandel als einen verlässlichen Partner der Kunden zu positionieren. Ziel ist es unter anderem, potenzielle Autokäufer von den vielen Vorteilen des Kaufs beim Kfz-Handel im Vergleich zum Kauf von privat zu privat zu überzeugen", führte Oberwallner mit Blick unter anderem auf den vom Handel garantierten Gewährleistungsanspruch aus. Vehement forderte er die Gleichbehandlung betrieblich genutzter Fahrzeuge: "Die Entscheidung über die Anschaffung eines neuen Kfz sollte im Hinblick auf Betriebskosten beim Unternehmer sein", so der Fahrzeughandelsobmann abschließend.(JR)

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