Finanzierungskrise der WGKK: Tarifverhandlungen mit Rettungsorganisationen ergebnislos

"Vier für Wien" stehen unter Druck

Wien (OTS) - Nachdem bereits in den vergangenen Jahren die
jährlich steigenden Lohnkosten nicht annähernd durch eine Tarifsteigerung abgegolten wurden, gibt es für das Jahr 2008 bislang überhaupt keine Einigung bei den Tarifverhandlungen zwischen den "Vier für Wien" - Rotes Kreuz, Samariterbund, Malteser und Johanniter - und der Wiener Gebietskrankenkasse. Die Finanzkrise der Wiener Gebietskrankenkasse ist auch für die "Vier für Wien" äußerst bedrohlich.

Die Versorgungssituation bei Rettungs- und Krankentransporten in der Stadt Wien ist bislang ausgezeichnet. Damit dies auch so bleibt, ist es für die Vier für Wien als Non-Profit-Organisationen wesentlich, dass die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre abgedeckt werden können. So hat alleine die Verkürzung des Zivildienstes die Personalaufwendungen um 14 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Ein zusätzlicher, enormer Kostenfaktor sind die Treibstoffpreise, die um 30 Prozent gestiegen sind, und die Erhöhung der Mineralölsteuer um 5 Cent pro Liter im Juli 2007. Den Vier für Wien war es wegen der offenen Tarifanpassung auch noch nicht möglich, Gehaltsvalorisierungen für 2008 zuzusagen. "Es kann nicht sein, dass auf den Rücken von Non-Profit-Organisationen und deren Sanitäter gespart wird. Wenn man weiterhin für jene, die tagtäglich PatientInnen versorgen, diese über Treppen und Stiegen tragen und rasch und sicher ins Krankenhaus transportieren, faire Gehälter auszahlen möchte, dann muss den angeführten Aufwendungen eine entsprechende Tarifanpassung gegenüberstehen", so Geschäftsleiter des Wiener Roten Kreuzes Alexander Lang.

Zu bedenken gibt Geschäftsführer der Johanniter-Unfall-Hilfe Robert Heindl, dass die Transportzahlen in der Vergangenheit gestiegen sind, da die Bevölkerung älter wird. Auch strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen sind zu beachten. Die Versorgung in den Spitalsambulanzen nimmt immer mehr zu, was zwar einerseits zu einer Verkürzung der Spitalsaufenthaltsdauer, andererseits aber natürlich zu mehr Nachuntersuchungen und damit auch zu mehr Krankentransporten führt. "Wir sind sehr darum bemüht, die Qualität in der Patientenversorgung der vergangen Jahre aufrecht zu halten, aber wir können dem finanziellen Druck sicher nicht weiter standhalten", so Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbundes Wien.

Rückfragen & Kontakt:

Samariterbund Wien
Martina Vitek
Tel.: 0664/3582386

Wiener Rotes Kreuz
Christina Badelt
Tel.: 0664/8439140

Johanniter-Unfall-Hilfe
Belinda Schneider
Tel.: 0676/83112813

Malteser Hospitaldienst
Erik Bolldorf
Tel.: 0664/1188255

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ARB0001