Plassnik: "Interreligiösen Dialog in die Gemeinden bringen"

Außenministerin bei Treffen der Alliance of Civilizations in Madrid

Madrid (OTS) - " Der Dialog zwischen den Kulturen und Religionen muss auf allen Ebenen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit geführt werden, innerhalb unserer Gesellschaft und auch auf der globalen Ebene. Der Dialog ist das effektivste Mittel zur Konfliktlösung und daher fur ein friedliches Miteinander unerlässlich", so Außenministerin Ursula Plassnik beim Treffen der "Allicance of Civilizations" in Madrid.

"Wir müssen den Dialog vor allem auch auf der Ebene der Gemeinden führen, dort wo die Menschen auch wirklich mit den Problemen konfrontiert sind. Wir brauchen ganz konkrete Anleitungen im Alltag, wie wir mit Themen umgehen, mit denen wir Tag für Tag konfrontiert sind, etwa am Arbeitsplatz, in den Spitälern oder in der Schule -hier brauchen wir den unmittelbaren Dialog mit den Betroffenen", so die Außenministerin, die fortfuhr: "Es gilt genau zuzuhören und ernst und offen miteinander zu sein. Wir müssen sagen können, was uns aneinander stört und was wir aneinander gut finden. Es geht darum, auf die Kultur und die Religion des anderen einzugehen aber auch klarzustellen, wo die Grenzen des anderen sind und letztendlich herauszufinden, wie wir gemeinsam agieren können".

Österreich habe sich schon seit langem mit dem interreligiösen Dialog beschäftigt: "Wir haben mit der orthodoxen Kriche und auch mit der muslimischen Welt immer sehr gute Kontakte gehabt und den Dialog gepflegt". Die Außenministerin erinnerte daran, dass der Islam in Österreich bereits seit 1912 eine anerkannte Religionsgemeinschaft ist.

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit als Außenministerin seien die Frauen und die Jugend, die Medien und die Verantwortung der religiösen Führer: "Der Dialog der Kulturen wird langfristig nur erfolgreich sein, wenn es uns gelingt die Jugend aktiv einzubeziehen. Gerade für sie bieten die kulturelle Vielfalt und Buntheit enorme Zukunftschancen. Es kommt auf die jungen Menschen an, dass sie Arbeit und Lebensperspektiven haben und dass sie ihre Identität finden und leben können".

Das gelte gerade auch den Islam in Europa. "Es gibt keinen Widerspruch zwischen europäischen Grundwerten und der religiösen Identität als Moslem. Es gilt daher, den europäischen Islam in den Dialog stärker einzubeziehen und als Mittler im interkulturellen Dialog zu nützen", so Plassnik.

Die Alliance of Civilizations als Netzwerk von Staaten und Internationalen Organisationen wurde 2005 vom damaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan initiiert. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft konkrete Projekte vor allem in den Bereichen Medien und Jugend zu entwickeln, um zum friedlichen Zusammenleben der Religionen und Kulturen beizutragen. An diesem ersten hochrangigen Treffen nahmen neben Außenministerin Plassnik ihre Amtskollegen aus Ungarn, Kinga Göncz, Spanien, Miguel Morations, und Serbien, Vuk Jeremic, die Premierminister von Spanien, Luis Zapatero, und der Türkei, Recep Erdogan, der Präsident Sloweniens Danilo Türk, und UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon teil.

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