Glawischnig zu Klimabilanz: "Kyoto bleibt unerreichbar, Herr Minister!"

Leichte Treibhausgas-Reduktion noch lange keine Trendwende

Wien (OTS) - ""Von einer Trendwende - angesichts der weiterhin klaffende Lücke zur Erreichung des Kyoto-Ziels - kann keinesfalls gesprochen werden", analysiert die Grüne Vizechefin Eva Glawischnig in erster Reaktion die heute bekannt gegebene Klimabilanz 2006.
"Der für den Bericht relevante Winter 2006/2007 war äußerst mild. Dementsprechend wurde weniger geheizt." Der Rückgang im Bereich der Raumwärme sei daher nicht als nachhaltig zu bezeichnen, ein harter Winter könne die Emissionen wieder nach oben schnellen lassen. Bereits bei der Präsentation der Zahlen des Jahres 2004 (Fortschrittsbericht 2006) bejubelte Minister Pröll eine Trendwende. Dass diese nicht erfolgte, zeigten die Daten des Folgejahrs 2005, die einen neuerlichen Anstieg der Emissionen brachten. "Die österreichischen Treibhausgasemissionen bewegen sich seit 2003 im Zick-Zack-Kurs", kritisiert Glawischnig.
Mit mehr als 50 Prozent habe der Verkehrsbereich den höchsten Anteil an der Reduktion. Hier gilt es, nähere Analysen abzuwarten und zu untersuchen, in wieweit dies Effekte des gestiegenen Ölpreises seien, bremst Glawischnig zu hohe Erwartungen.
Generell sei anzumerken, dass die bestehende Lücke zum Kyotoziel von 13,4 Mio. Tonnen Treibhausgasen durch Maßnahmen im Inland hereingebracht werden müsse und dafür nur noch zwei Jahre Zeit seien - das Kyoto-Ziel müsse im Jahr 2008 bereits eingehalten werden. Glawischnig: "Die Emissionen müssten also 2007 und 2008 um jeweils 6,7 Mio. Tonnen reduziert werden, was dem Dreifachen der jetzt als Trendwende bezeichneten Reduktion entspricht. Das ist angesichts der fehlenden Maßnahmen praktisch auszuschließen und wird Österreich mit Milliarden-Strafzahlungen belasten."
Pröll habe daher keinen Grund zu jubeln. "Seine Aufgabe ist es weiterhin, dafür zu sorgen, dass endlich radikale und weitreichende Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht werden, die bisher nicht sichtbar sind", betont die Grüne. "Dazu gehören ein brauchbares Ökostromgesetz, eine an strenge Klimaschutzkritierien gebundene Wohnbauförderung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die CO2-Steuer - um nur einige Beispiele zu nennen."

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