Ettl: Schutz am Arbeitsplatz verstärkt ausbauen

Wien (SK) - Jährlich sterben rund 167.000 Menschen bei Arbeitsunfällen oder an arbeitsbedingten Erkrankungen und rund 300.000 Menschen werden arbeitsunfähig. Besonders betroffen sind ArbeitnehmerInnen in Klein- und Mittelbetrieben, bei denen 82 Prozent aller arbeitsbedingten Verletzung und 90 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle auftreten. Das Europäische Parlament forderte heute in einem Bericht verbesserte Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für ArbeitnehmerInnen, vor allem aber auch vermehrte Kontroll- und Präventivmaßnahmen. "Die bereits bestehenden Maßnahmen gehören gestärkt und erneuert, da bestimmte Gruppen von ArbeitnehmerInnen, wie Frauen, jüngere und ältere, weiterhin zunehmend arbeitsbedingte Erkrankungen erleiden. Außerdem treten neue Risken am Arbeitsplatz auf, wie neue krebserregende Chemikalien und neue Formen der Erwerbstätigkeit, deren Folgen bisher unerforscht sind", so der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl nach der Abstimmung. ****

Der Bericht setzt sich mit einer Mitteilung der Kommission aus dem Jahr 2007 auseinander, mit der Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle in der EU um 25 Prozent gesenkt werden sollen. "Die Senkung von Arbeitsunfällen steht in einem engen Zusammenhang mit der Lissabon-Strategie. Neben den Schicksalen der ArbeitnehmerInnen, die zusätzlich noch einen Einkommensverlust in Kauf nehmen müssen, bedeutet eine krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz einen erhöhten Kostenaufwand für die Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem. Weiters sind die organisatorischen und finanziellen Folgen kaum abschätzbar", meint Ettl.

Der Bericht befasst sich außerdem mit dem starken Anstieg der psychischen Erkrankungen, die unter anderem durch Stress und unsichere Arbeitsplatzsituationen ausgelöst werden. Ein Problem, das nach wie vor von den Mitgliedstaaten stark unterschätzt wird. "Evident ist, dass zusätzliche Stressfaktoren verstärkt zu psychischer Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz führen. ArbeitnehmerInnen, die auf Grund der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust trotz Krankheit arbeiten, sind deutlich im Ansteigen begriffen. Weiters wäre die Einhaltung von Ruhezeiten und eine Arbeitszeitverkürzung wesentliche Faktoren zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes. Doch auch hier ist eher ein gegenteiliger Trend festzustellen", bedauert Ettl.

"Der beste Gesundheitsschutz ist allerdings ohne einen effektive Kontrolle zahnlos", kritisiert Ettl die derzeitige Situation. "Daher fordert der Bericht eine Erhöhung der Zahl der Arbeitsaufsichtsbeamten, finanzielle Anreize für Unternehmen, den ArbeitnehmerInnenschutz zu fördern und strenge Sanktionen. Eine Einbeziehung der MitarbeiterInnen an den Arbeitsplätzen, sowie ein verstärkter Rückgriff auf Vereinbarungen des sozialen Dialogs und eine verbesserte Anwendung der vorhandenen Rechtsinstrumente sind unumgänglich", fordert Ettl abschließend. (Schluss) js/mm

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