Müllverwertung "Made in Vienna"

Die thermische Abfallbehandlungsanlage Spittelau gilt als internationales Vorbild für umweltfreundliche Abfallentsorgung.

Wien (OTS) - Angesichts der eskalierenden Müllsituation in der süditalienischen Metropole Neapel ist besonders bei Besuchern aus Italien das Interesse an der Abfallentsorgung "Made in Vienna" sehr groß.
Die architektonische Einzigartigkeit der "Spittelau" aufgrund der künstlerischen Gestaltung durch Friedensreich Hundertwasser ist dabei nur ein Grund für die Aufmerksamkeit. Rosanna Lampugnani, Journalistin des "Corriere della Sera" der größten italienischen Tageszeitung brachte bei einem Besuch der Anlage das Interesse auf den Punkt: "Wie ist es möglich, eine Müllverbrennungsanlage mitten in einer Großstadt wie Wien zu bauen, ohne dass Anrainer und Bevölkerung dagegen protestieren?"

Internationale Delegationen bei Fernwärme Wien
2007 haben über 60 internationale Delegationen (mit insgesamt rund 900 Personen) die Anlagen von Fernwärme Wien besucht. Unter den interessierten Besuchern waren unter anderem der Vizebürgermeister aus Bukarest, die Bürgermeisterin der Stadt Phuket, Umweltminister aus Sri Lanka, der Bürgermeister von Kifissia/Griechenland, Mitarbeiter der US-Botschaft, der Vizeminister aus China, Mitarbeiter des Energieministeriums aus den USA, der stellvertretende Minister für Grund & Industrie aus Kuba, der Vizeminister für Umwelt aus Mexiko, der Minister für Umwelt aus Umbrien, der Umweltminister aus Sri Lanka sowie zahlreiche Delegationen aus China und Korea. Diese Gruppen informieren sich vorwiegend über die technischen Details der Anlage in der Spittelau und verschaffen sich vor Ort einen Eindruck von einer der modernsten thermischen Abfallbehandlungsanlagen weltweit.

Wiener Tradition
Abfallverbrennung zur Wärmeversorgung hat in Wien eine lange Tradition. Bereits 1928 wurde in einer ersten kleinen Versuchsanlage die Müllverbrennung erprobt. Richtig ernst wurde es 1963 mit der Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage der Gemeinde Wien am Flötzersteig im Westen der Stadt. Dieser Standort wurde ausgesucht, um drei nahe gelegene Großkrankenhäuser, das Ottakringer Bad und später noch die Zentralwäscherei der Gemeinde Wien mit Wärme aus Müll zu versorgen.

Mit der Abfallbehandlungsanlage Spittelau wurde 1971 den Verbrennungskapazitäten am Flötzersteig eine weitere Anlage hinzugefügt. Auch bei dieser Anlage stand ursprünglich die Versorgung des nahe gelegenen Allgemeinen Krankenhauses im Vordergrund.

Ein Großbrand als Impuls
Am 15. Mai 1987 brannte ein großer Teil der Anlage Spittelau ab. Die Abgasreinigungsanlage, zwei Heißwasserkessel sowie große Teile des Gebäudes fielen dem Feuer zum Opfer. Was anfänglich als großes Unglück wahrgenommen wurde, gab - rückwirkend betrachtet - der Wärmeversorgung aus der Abfallentsorgung einen starken Impuls. Die neu errichtete Anlage, die von Friedensreich Hundertwasser künstlerisch gestaltet und mit einer hochmodernen Abgasreinigungsanlage ausgestattet wurde, konnte die Akzeptanz der Wiener Bevölkerung für die Abfallverbrennung entscheidend erhöhen.

Thermische Abfallbehandlungsanlage Spittelau
In der thermischen Abfallbehandlungsanlage Spittelau werden jährlich rund 250.000 Tonnen Hausmüll der Stadt Wien verarbeitet. Dabei entstehen rund:
40.000 Megawattstunden Strom
500.000 Megawattstunden Fernwärme
6.000 Tonnen Eisenschrott
60.000 Tonnen Schlacken, Aschen und Filterkuchen

Verbesserung der Umweltbilanz
Dass sämtliche Anlagen von Fernwärme Wien zur weiteren Verbesserung der Umweltbilanz immer wieder an den modernsten Stand der Technik angepasst werden, ist für das Unternehmen zu einer der wichtigsten Aufgaben geworden. Bereits 1989 wurde in der Anlage Spittelau die damals erste DeNOx-Anlage (katalytische Entstickungsanlage) europaweit eingebaut, seither erfolgen laufend Modernisierungen. Im Frühjahr 2007 erlangte die Anlage Flötzersteig Zertifizierungen in den Bereichen Umwelt, Qualität und Arbeitssicherheit und das Werk Simmeringer Haide ist seit 2006 die europaweit einzige Sonderabfall-und Klärschlammverbrennungsanlage, die eine Zertifizierung der Europäischen Union für Umweltmanagementsysteme besitzt.

Fernwärme Wien gehört mit einem Leitungsnetz von über 1.000 Kilometern zu den größten Fernwärmeunternehmen Europas. Als Tochtergesellschaft von Wien Energie beschäftigt Fernwärme Wien 1.168 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von 352,2 Millionen Euro. Fernwärme Wien beliefert über 270.000 Wohnungskunden und mehr als 5.500 Großkunden in Wien mit Heizwärme und Warmwasser.

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