"Bleibt Sicherheit auf der Strecke?" (Von Mario ZENHÄHSERN)

Ausgabe vom 14. Jänner 2007

Innsbruck (OTS) - Die Öffnung der Grenzen zu Italien und Deutschland vor mehr als zehn Jahren löste bei den meisten Menschen Freude aus. Das grenzenlose Europa war ein Stück näher gerückt, die Fahrt zur Weinkost nach Südtirol oder zum Baden an den Gardasee wesentlich erleichtert.

Diese neue Reisefreiheit lockte aber auch jede Menge Ganoven an. Die Polizei tat zwar im Zuge der so genannten Ausgleichsmaßnahmen, was sie konnte. Die Beamten fischten aus dem Strom der tausenden Menschen, die täglich allein den Brenner passieren, unzählige Personen, die etwas auf dem Kerbholz hatten oder aus einem anderen Grund nicht nach Tirol einreisen durften. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass mit dem Wegfall der Grenzkontrollen die illegale Migration und damit auch die Ausländerkriminalität angestiegen ist.

Man muss kein Hellseher sein, um zu behaupten, dass sich dieses Szenario in den nächsten Jahren im Osten Österreichs wiederholen wird. Die Öffnung der Grenzen zu Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Tschechien wird mehr Kriminelle aus Osteuropa als bisher ins Land spülen. Das steht fest.

Für die Schengen-Staaten ist die Ost-Öffnung eine große Herausforderung. Jetzt müssen sie beweisen, dass ihr Vertrag nicht nur ein theoretisches Konstrukt ist, sondern dass medienwirksam angekündigte Maßnahmen wie "doppelter Sicherheitsgürtel" etc. tatsächlich funktionieren. Sonst droht von schönen Slogans wie "Die Grenzen fallen. Die Freiheit gewinnt. Die Sicherheit bleibt." nicht viel übrig zu bleiben als der letzte Satz, wenn auch abgewandelt: Die Sicherheit bleibt - auf der Strecke?

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