Neues Volksblatt: "Hassprediger" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 15. Jänner 2008

Linz (OTS) - Das Schlimme ist, dass man mit jeder
Berichterstattung und jeder noch so kritischen Kommentierung letztlich dem Kalkül der blauen Parteistrategen folgt. Und das lautet schlicht: Besser ein medialer Watschentanz als gar keine Erwähnung. Und schon gar, wenn man weiß, dass die Islam-Beschimpfungen der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin bei einem gewissen Teil der Bevölkerung auf fruchtbaren Boden fallen.
Trotzdem ist der politische und mediale Aufschrei gegen das, was da an religionsfeindlichem und historischem Humbug verzapft wird, unverzichtbar. Auch, wenn bewusst Grenzen überschritten werden, um Aufmerksamkeit zu erregen - weil eine Partei mangels entsprechenden Formats der handelnden Personen auf ernsthaft sachpolitischer Ebene sonst in der Regel jenseits jeglicher Wahrnehmungsschwelle agiert -gibt es den Punkt, wo demokratiepolitische Hygiene ein unmissverständliches "Halt" und eine klare Bannmeile verlangt. Das Verächtlichmachen einer Religion ist ein solcher Fall. Mit Hasspredigern dieser blauen Art ist weder Politik noch Staat zu machen - und schon gar nicht, wie es auch ÖVP-Chef Wilhelm Molterer so richtig formuliert, eine Koalition.

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