ÖSTERREICH: Küberl: Gesamtlösung für Pflege fehlt noch

Caritas-Präsident fordert Pflegelastenausgleichsfonds

Wien (OTS) - Caritas-Präsident Franz Küberl fordert nach der Einigung der Regierung im Pflegestreit jetzt den nächsten Schritt in Form einer umfassenden Lösung. "Die Einigung auf einen Rückforderungsverzicht ist kein Grund für die Regierung, sich auf einem Lorbeerblatt auszuruhen. Der Bedarf an Systemreformen im Pflegebereich ist groß", so Küberl in einem Gastkommentar für die Dienstag-Ausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH. Er fordert die Einrichtung eines Pflegelastenausgleichsfonds.

Derzeit, so der Caritas-Präsident, könnten sich viele Betroffenen eine menschenwürdige Betreuung und Pflege nicht leisten. Professionelle Dienste würden daher oft über Sozialhilfezuschüsse bezahlt, die Pflegebedürftigen würden zu AlmosenempfängerInnen. Küberl: "Hier könnte ein Pflegelastenausgleichsfonds, finanziert über eine Vermögenszuwachssteuer und Anteile aus der Krankenversicherung für die Hauskrankenpflege, den Weg zu einer zukunftsfähigen Absicherung des Pflegerisikos, das uns alle betrifft, ebnen."

Die Einigung der Regierung begrüßt Küberl. Die politisch Verantwortlichen hätten damit "mehr Gespür für die Lebenssituationen der Menschen bewiesen als bisher". Dies gelte aber nur dann, wenn die nächsten sechs Monate auch genutzt würden, "um Betroffene und Behörden durch ausreichende Information aus ihrer Verunsicherung zu holen und die Regelung der 24-h-Betreuung lebensnaher zu gestalten".

Tatsache sei aber auch, dass die Rund-um-die-Uhr-Betreuung nur rund fünf Prozent der Bedürftigen betreffe: "Sie kann daher nur ein Puzzlestein sein." Nötig sei daher ein Gesamtkonzept. Denn: "Derzeit sind in vielen Bereichen der Pflege die bestehenden Regelungen noch meilenweit von der Realität der Betroffenen entfernt."

Als konkreten Punkt mit Verbesserungsbedarf nennt Küberl die geltenden Vorschriften für HeimbetreuerInnen, denen es bisher verboten sei, Essen oder Medikamente zu verabreichen: ". Auch das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz muss deshalb dringend lebensnaher gestaltet werden."

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