Ärztekammer für Transparenz der Wahlarzthonorare

Die Verrechnung von Leistungen durch Ärztinnen und Ärzte ohne Kassenvertrag ist für viele Patientinnen und Patienten immer noch schlecht durchschaubar

Wien (OTS) - Immer wieder werden Stimmen laut, dass sich Patientinnen und Patienten über Wahlarzthonorare schlecht informiert fühlen und dann im Nachhinein über die Höhe des Honorars wundern. "Dies liegt in erster Linie an einem immer noch stark vorhandenen Informationsdefizit bei der Patientenschaft. Viele haben auch Hemmungen, Wahlärztinnen oder Wahlärzte im Vorfeld nach dem Honorar zu fragen", weiß Dr. Christoph Reisner, Ärztekammerpräsident in Niederösterreich und Wahlärztereferent der Österreichischen Ärztekammer.

Reisner setzt seit Jahren auf ein Informationsprogramm für Wahlärztinnen und Wahlärzte, damit solche Probleme gar nicht erst auftreten. "Wir machen regelmäßig Beratungen und empfehlen, vor einer Behandlung oder Untersuchung unbedingt aufzuklären, dass Kosten anfallen." Wahlärztinnen und Wahlärzte haben keinen Kassenvertrag und dürfen das Honorar so wie das Handwerk oder Gewerbebetriebe selbst kalkulieren. Manche haben ein pauschales Abrechnungssystem, damit ist klar wie viel eine Behandlung kostet. "Andere rechnen jedoch leistungsbezogen wie im Kassensystem ab. Da ist ein Vorhersagen der Kosten nicht möglich, da erst im Lauf der Untersuchung oder Behandlung die weiteren notwendigen Behandlungsschritte klar werden", so Reisner weiter.

Daher wird Transparenz von der Ärztekammer zwar begrüßt, eine verpflichtende Kosteninformation vor der Behandlung wird jedoch aus diesem Grund als problematisch gesehen. Die Transparenz des Wahlarztsystems scheitert derzeit lediglich an der mangelnden Information von Patientinnen und Patienten und nicht am Willen von Ärztinnen und Ärzten, das Honorar im Vorfeld bekannt zu geben. Über das Wahlarztsystem zu informieren ist jedoch nicht in erster Linie die Aufgabe einer Ärztekammer. Derzeit ordinieren in Niederösterreich schon mehr Wahlärztinnen und -ärzte als Kassenärztinnen und -ärzte.

Reisner setzt jedenfalls auf Information und Eigenverantwortung des Patienten: "In der Ordination oder auf der Homepage von Wahlärztinnen und Wahlärzten dürfen Informationen über die Honorargestaltung nicht fehlen. Selbstverständlich müssen Patientinnen und Patienten im Vorfeld auf Nachfrage auch informiert werden. Genauso wie man in anderen Dienstleistungsbereichen vor Kauf oder Bestellung die Kosten erfragen sollte, um im Nachhinein keine böse Überraschung zu erleben."

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