"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Zickzack-Kurs"

Konsumenten verdienen schärfere EU-Regeln für Gen-Produkte.

Wien (OTS) - Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Produkte ab. Das skeptische Lager in der EU wird von Österreich angeführt.
Den Anbau von genmanipuliertem Getreide, vor allem von Mais, kann man als Mitgliedsland dank einer Schutzklausel abwehren, wenn wissenschaftlich belegbare Sicherheitsbedenken angemeldet werden. Doch was für Mensch, Tier und Umwelt gefährlich ist, darüber wird heftig gestritten: innerhalb der EU ebenso wie zwischen EU und der Welthandelsorganisation (WTO). Jetzt droht die WTO Österreich mit millionenschweren Strafzahlungen, wenn das Importverbot für zwei Genmais-Sorten nicht sofort aufgehoben wird.
Österreich muss nachgeben. Aufgrund entsprechender Garantien des Lebensmittelhandels sollen heimische Konsumenten aber künftig keine Gen-Lebensmittel in den Regalen finden. Bis zum Herbst wollen sich auch die Futtermittel-Hersteller an diese Selbstverpflichtung halten. Was danach passiert, ist offen.
Auch wenn Österreich möglichst gentechnikfrei bleibt, der EU fehlt ein klares Regelwerk. Nach dem Fall des Importverbotes kommen Gen-Produkte sicher vermehrt in die EU. Es gibt auch kein generelles Genanbau-Verbot, über die Aussaat von Gentech-Sorten wird letztlich politisch entschieden. Für kritische Konsumenten und bewusste Verbraucher bietet die EU keinen ausreichenden Schutz.

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